Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 3

zm 111, Nr. 3, 1.2.2021, (140) Die erzielten Kurzzeitergebnisse (sechs Monate) waren grundlegend mit denen an Titanimplantaten ver- gleichbar. Im Unterschied hierzu konnten die BOP-Reduktionen je- doch über einen Beobachtungszeit- raum von bisher 34 Monaten weitest- gehend stabil erhalten werden [John et al., 2017; Schwarz et al., 2015]. Die- se Ergebnisse deuten darauf hin, dass die nichtchirurgische Therapie eine bessere Prognose für die Behandlung der Periimplantitis an Zirkondioxid- implantaten zu haben scheint. Chirurgische Therapieverfahren Wenn das Behandlungsziel durch eine nichtchirurgische Therapie nicht erreicht werden kann, sollten daher insbesondere fortgeschrittene Läsio- nen frühzeitig einer chirurgischen Therapie zugeführt werden. Welches chirurgische Protokoll zu bevorzugen ist, konnte zum Zeitpunkt der Erstel- lung der S3-Leitlinie aus der Literatur nicht abgeleitet werden [Schwarz et al., 2016]. Aktuelle Daten lassen weiterhin keine Rückschlüsse auf die Überlegenheit einer spezifischen Methode zur Im- plantatoberflächen-Dekontamination [Koo et al., 2018] oder eines chirur- gischen Behandlungsprotokolls zu [Khoury et al., 2019] (Abbildung 3). Ein relevanter Einflussfaktor für die Auswahl eines chirurgischen Verfah- rens scheint die spezifische Defekt- situation sowie die Rauigkeit der Implantatoberfläche zu sein [Monje et al., 2019; Carcuac et al., 2020; Carcuac et al., 2017]. Eine Lappen- operation zeigte bei modifizierten, das heißt rauen, Implantaten eine deutlich geringere Effektivität als bei glatten Oberflächen [Carcuac et al., 2017]. Für augmentative – sogenannte re- konstruktive– Verfahren konnten bis- her sehr gute klinische Langzeitergeb- nisse, insbesondere im Bereich mode- rat rauer Implantatoberflächen und bei vorliegenden intraossären Defekten, dokumentiert werden [Ramanauskaite et al., 2019; Jepsen et al., 2019] (Abbildung 4a). Bei suprakrestalen Defekten hat sich die sogenannte Implantatplastik in klinischen Lang- zeituntersuchungen als effektive und sichere Therapieoption bewährt [Stavropoulos et al., 2019] (Abbil- dung 4b). Bei kombinierten Defekten können rekonstruktive Verfahren mit der Implantatplastik kombiniert wer- den (Abbildung 4c). Diese kombinierte chirurgische Therapie zeigte in klini- schen Studien eine hohe Effektivität über einen bisher dokumentierten Nachuntersuchungszeitraum von sieben Jahren [Schwarz et al., 2017; de Tapia et al., 2019] (Abbildung 5). Abb. 5a: Intraoperative Defektdarstellung Abb. 5b: Kombinationstherapie (Augmentation der intraossären Defekt- komponente und Implantatplastik im bukkalen/ suprakrestalen Bereich) Abb. 5c: Klinisches Follow-up nach zwölf Monaten mit gesunden periimplantären Verhältnissen 5a 5b 5c 22 | ZAHNMEDIZIN

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