Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 3

zm 111, Nr. 3, 1.2.2021, (152) ZFA-AUSBILDUNG AN DER RAHEL-HIRSCH-SCHULE IN BERLIN-HELLERSDORF „Unser Rüstzeug sind unsere digitalen Geräte!“ Berlin, Staddteil Hellersdorf: Von den 1.500 angehenden MFA und ZFA, die für ihre Ausbildung das Oberstufen- zentrum für Medizin und Gesundheit der Rahel-Hirsch-Schule besuchen, haben 280 kein vernünftiges Endgerät und/oder kein Internet. Das sind schon zu normalen Zeiten keine guten Voraussetzungen zum Lernen – wie soll der Unterricht erst im Lockdown funktionieren? Erstaunlich gut, antwortet die Schulleitung. Wie das? B eim Lockdown im Sommer sind wir schon ins kalte Wasser geschubst worden“, räumen Schulleiterin Nicole Verdenhalven und ihre stellvertretende Abteilungs- leiterin C. Mitzscherling ein. „Damals mussten wir kämpfen, dass den Azu- bis seitens der Praxen die volle Lern- zeit auch in dieser Zeit eingeräumt wurde.“ Jetzt sei das anders – auch weil in den Praxen seitdem ein Um- denken stattfand. LERNEN WAR HIER AUCH VOR CORONA SCHON DIGITAL Dass die Schule schon vor Corona auf digitale Unterrichtsformen setzte, kam den Schülerinnen und Schülern natürlich auch zugute. Seit 2019 wird hier mit „IServ“ gearbeitet, einer Lernplattform, die viele Möglich- keiten bietet. „Wir können Video- konferenzen anberaumen, die Teil- nahme funktioniert auch mit Handy, Aufgabenblätter werden als Dateien abgelegt, die dann abgerufen werden, und es gibt einen Messenger, ähnlich wie WhatsApp“, führt Verdenhalven aus. „Aufgrund unserer Erfahrungen konnten wir dann auch relativ kom- plikationslos von Präsenz- auf Fern- unterricht umstellen.“ Im August hatten sich die Lehrkräfte auf Standards zum virtuellen Lernen verständigt – für den Fall eines weite- ren Lockdowns. Als am 28. Oktober 2020 der „Lockdown light“ für No- vember beschlossen wurde, ordnete das Berliner Gesundheitsamt zeit- gleich gemeinsam mit der Schulauf- sicht ein hybrides Format – Wechsel- unterricht – an. „Wir hatten schon Ende September festgelegt, wie unsere Schüler und Schülerinnen bei einem erneuten Lockdown sinnvoll von zu Hause aus lernen werden“, erläutert Mitzscherling. „Das sieht unter ande- rem so aus, dass die Lehrer ihre Klassen mit Aufgaben versorgen und an den zwei Tagen Berufsschule bei Bedarf auch per Videokonferenz zusammenschalten können.“ Am Anfang – vor den Sommerferien – war ungefähr ein Drittel dem vir- tuellen Unterricht zugeschaltet, jetzt in der zweiten Welle sind es Verden- halven zufolge nahezu 100 Prozent. Für sie steht jedoch fest: „Wer eine gute personelle Kompetenz hat und etwas erreichen will, schafft das auch in Pandemie-Zeiten.“ Sie und ihre Kollegen hat es allerdings dann doch sehr überrascht, „wie gut der virtuelle Unterricht läuft und wie vorbildlich die Schüler mitmachen und sich gegenseitig unterstützen“. Die Schule erreiche die Schüler sehr gut, nichtsdestotrotz müsse man sehen, dass vereinzelt – wie auch zu Präsenzzeiten – Schüler nur physisch anwesend sind. „Es fallen immer noch 30 Prozent bei den Abschluss- prüfungen durch, das kann uns nicht zufrieden stellen“, stellt Ver- denhalven klar. Und: „Es werden auch jetzt Azubis wegbrechen und runterfallen.“ Foto: privat Schulleiterin Nicole Verdenhalven und ihre stellvertretende Abteilungsleiterin C. Mitzscherling Foto: Adobe Stock_WavebreakmediaMicro 34 | PRAXIS

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