Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 8

zm 111, Nr. 8, 16.4.2021, (724) NACHHALTIGE ZAHNMEDIZIN Grün ist Trumpf Am 18. Dezember stellte der Weltzahnärzteverband FDI in einer Erklärung zu seinen Leitlinien für eine nachhaltige Zahnmedizin klar: „Eine optimale Zahnmedizin hat zwei Ziele: eine gute Mundgesundheit und eine geringere Umweltbelastung.“ Ziel eins haben die Zahnärzte im Kasten, aber wie erreichen sie Ziel zwei? E ine neue von Public Health England in Auftrag gegebene britische Studie hat den Fuß- abdruck zahnärztlicher Leistungen berechnet: Danach machen die An- fahrtswege knapp zwei Drittel der CO 2 -Emissionen in der Zahnmedizin (64,5 Prozent) aus. Wie Patienten und Mitarbeiter zur Praxis gelangen, spielt also überraschenderweise eine große, wenn nicht die größte Rolle. Daher sollten Sie herausfinden, wie sich Ihr Team und Ihre Patienten fortbewegen, dann können Sie es ihnen leichter machen, zu Fuß zu gehen oder aufs Rad umzusteigen. Anreize schaffen Schließfächer und sichere Fahrradstellplätze. Toll, aber teuer sind Duschen und Umkleide- räume. Gibt es vielleicht eine Lade- station für Elektroautos in der Nähe? Informieren Sie Ihre Patienten darü- ber. Telemedizin und elektronische Überweisungen sind natürlich auch Maßnahmen, um Fahrten zu reduzie- ren. Versuchen Sie zudem, Termine zusammenzulegen. PLASTIKMÜLL – AUCH IN DER PRAXIS EIN RIESENPROBLEM Insgesamt 79 Prozent des in den ver- gangenen 70 Jahren produzierten Plastiks wurde auf Mülldeponien oder illegal entsorgt, nur 9 Prozent werden recycelt, der Rest wird ver- brannt. 8 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in unsere Ozeane. Plastik ist nicht natürlich biologisch abbaubar, es zerfällt bekanntlich in kleinere Mikroplastikteile. Auch Zahnarztpraxen produzieren große Mengen an Plastikmüll – täglich lan- den zahllose Becher, Einwegspritzen, Handschuhe, Einweginstrumente und Mundhygieneprodukte im Abfall. Foto: AdobeStock_ Negro Elkha 66 | PRAXIS

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