Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 10

zm112, Nr. 10, 16.5.2022, (930) STUDIE AUS ISRAEL Zahnentwicklungsanomalien nach Krebserkrankungen im Kindesalter Bei rund der Hälfte der Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter treten später Zahnentwicklungsanomalien auf. Forschende fanden heraus, dass die Art und der Zeitpunkt der Therapie das Auftreten maßgeblich beeinflussen. Eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie – insbesondere bei einer Bestrahlung im Kopf-HalsBereich – birgt ein hohes Risiko für das spätere Auftreten von Zahnentwicklungsanomalien, während das Risiko bei einer reinen Chemotherapie vergleichsweise geringer ist. In die Studie einbezogen wurden insgesamt 121 Probanden, die vor ihrem 18. Lebensjahr eine Krebsbehandlung erhalten hatten. Bei fast der Hälfte (46 Prozent) wurde eine Zahnentwicklungsanomalie festgestellt, und zwar bei insgesamt neun Prozent der Zähne (309 von 3.388). Anomalien traten bei 43 Prozent der Kinder auf, die eine Chemotherapie ohne Bestrahlung bekamen. Bei zusätzlicher Bestrahlung erhöhte sich die Zahl auf 52 Prozent. Bei einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich konnten die meisten Zahnentwicklungsanomalien beobachtet werden, hier waren 60 Prozent der ProbandInnen betroffen. ZAHNWURZELANOMALIEN TRATEN AM HÄUFIGSTEN AUF Kinder, die im Alter von sechs Jahren oder jünger nur eine Chemotherapie bekommen hatten, wiesen eine höhere Foto: Elinor Halperson_Hebrew University Langfristige Auswirkungen von Chemo- und Radiotherapien im Kindesalter auf die Zähne: a: Hypoplasie der vorderen oberen und unteren Zähne eines neunjährigen Mädchens, das im Alter von dreieinhalb Jahren wegen akuter lymphatischer Leukämie behandelt wurde. b: Mikrodontie des zweiten oberen rechten Prämolaren bei einem zwölfjährigen Mädchen, das im Alter von vier Jahren wegen eines Neuroblastoms behandelt wurde. c: Panoramaschichtaufnahme eines zwölfjährigen Jungen, bei dem im Alter von vier Jahren ein BurkittLymphom diagnostiziert wurde. 1: veränderte Wurzelentwicklung am ersten unteren rechten Molaren, 2: Hypodontie des zweiten unteren linken Molaren d: Strahlenkaries bei einem 21 Jahre alten Mann, der im Alter von 14 Jahren wegen eines neuroektodermalen Tumors behandelt worden war [Halperson et al., 2022] 12 | ZAHNMEDIZIN

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