Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 10

zm112, Nr. 10, 16.5.2022, (940) AUS DER WISSENSCHAFT Einteilige Zirkonoxidabutments – klinische Ergebnisse nach fünf Jahren Florian Beuer Die Frage der Befestigung von Einzelzahnkronen auf dentalen Implantaten, die Verwendung keramischer Materialien und verschiedener Konzepte wird immer noch kontrovers diskutiert. Trotz der Vielzahl an Publikationen gibt es kaum randomisierte Untersuchungen, die heute benutzte individuelle Abutments bei zementierten Kronen mit verschraubten Kronen aus vollkeramischen Materialien vergleichen. Die Züricher Arbeitsgruppe um Prof. Ronald Jung hat nun eine Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren vorgelegt. Die Versorgung einer Einzelzahnlücke mit einem dentalen Implantat aus Titan und einer Suprakonstruktion aus keramischen Materialien stellt für ästhetisch anspruchsvolle Bereiche eine etablierte und gut dokumentierte Therapieoption dar. Das einteilige Zirkonoxidabutment hat sich in Laboruntersuchungen als Schwachstelle in diesem Versorgungskonzept erwiesen und dazu geführt, dass die meisten Hersteller auf Titanklebebasen als Verbindungsstück zum Implantat setzen. Es ist jedoch wissenschaftlich noch nicht geklärt, wie sich diese Restaurationen in der ästhetischen Zone zwischen Schneidezähnen und Prämolaren über kurzfristige Zeiträume hinaus verhalten. MATERIAL UND METHODE Die Arbeitsgruppe um Jung der Universität Zürich/Schweiz versuchte, diese Fragestellung im Rahmen einer prospektiven randomisierten Studie anhand von 44 Patienten (22 weiblich, 22 männlich) und 44 Implantaten zu beantworten. Dazu wurden parallelwandige Implantate eines Herstellers im Frontzahngebiet, in der Eckzahnregion oder im Prämolarenbereich des Ober- und Unterkiefers eingesetzt. Anschließend erfolgte die Randomisierung auf die verschraubte oder die zementierte Gruppe. Alle Patienten bekamen einteilige individuelle Zirkonoxidabutments. In der Gruppe der verschraubten Kronen (n = 24) wurden die Abutments direkt mit Verblendkeramik fertiggestellt und dann mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von 20 Ncm definitiv befestigt. Bei der Gruppe der Foto: Florian Beuer Einprobe eines einteiligen Zirkonoxidabutments in Position 13 UNIV.-PROF. DR. FLORIAN BEUER, MME Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre Aßmannshauser Str. 4–6, 14197 Berlin Foto: privat 22 | ZAHNMEDIZIN

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