Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 18

zm112, Nr. 18, 16.9.2022, (1728) kontinuierliche Datenbasis sichergestellt werden kann. Die Hoffnung ist, dass ein Teil der im Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) unter anderem für Digitalisierung bereitgestellten Mittel – immerhin rund 4 Milliarden Euro – auch zu einer verbesserten Ausstattung des Zahnärztlichen Dienstes führt. Die DAJ schloss sich zudem der Empfehlung des ExpertInnenrates der Bundesregierung zu COVID-19 an, langfristig Fördermittel für die Führung eines kontinuierlichen bundesweiten Gesundheits- und Maßnahmen-Monitorings unter Einbezug von Zahn- und Mundgesundheitsdaten bereitzustellen. Seitdem hofft sie auf ein positives Signal des Bundesgesundheitsministers. DIE UNTERSTÜTZUNG AUS DEM BMG FEHLT Bislang vergeblich. Es gab nicht einmal ein Antwortschreiben des Ministeriums, während die erste Runde der Fördermittelvergabe dem Vernehmen nach bereits abgeschlossen ist. Auch darum sei der Fokus des diesjährigen Tags der Zahngesundheit „Gesund beginnt im Mund – in Kita & Schule“ so wichtig, betont die DAJ. Es gehe schließlich nicht nur um ein-, zwei-, dreimalige Impulse für eine bessere Mundhygiene, sondern darum, eine qualitativ hochwertige und erfolgreiche Gruppenprophylaxe sicherzustellen. Und für diese brauche es starke Partnereinrichtungen, die dann als Orte der Gesundheitsbildung für Kinder wirksam werden können. „Mehr denn je müssen Bildungsund Gesundheitspolitik jetzt gemeinsam die nötigen Voraussetzungen schaffen“, fordert Oesterreich, „damit Kinder in Deutschland – nicht nur auf den Mund bezogen – gesund aufwachsen und für ihre eigene Gesunderhaltung Sorge tragen lernen!“ Die aufsuchende Gruppenprophylaxe sei zudem eine wesentliche Maßnahme zur Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit. Rückmeldungen aus den zahnärztlichen Praxen zeigten, dass die Inanspruchnahme der zahnärztlichen Vorsorge bei den Kindern und Jugendlichen abgenommen hat und die Auswirkungen nach einer längeren Phase der Abwesenheit deutlich sichtbar werden, erläutert der Vorsitzende. Dies sei ein deutliches Alarmsignal für die Mundgesundheit der Kleinkinder. Erfreulich sind hingegen die internationalen Entwicklungen: Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch die Weltzahnärzteorganisation FDI weisen auf die Bedeutung der Mundgesundheit als ein wesentliches globales Gesundheitsziel hin und betonen die Notwendigkeit weiterer präventiver Aktivitäten in den Ländern. Aktuell steht die Gruppenprophylaxe in Deutschland vor zahlreichen Herausforderungen. Die DAJ erwartet von der Politik darum ein klares Signal für die Unterstützung von Gesundheitsförderung und Prävention, die Pandemie-bedingt einen wesentlich größeren Raum einnehmen muss. Oesterreich: „Wir sind der festen Überzeugung, dass Veränderung im Verhalten sowie in den Verhältnissen, bei denen die Gruppenprophylaxe eine zentrale Rolle einnimmt, die Erfolge bei der Mundgesundheit sichert.“ mg Foto: Anelo – adobe.stock.com 38 | POLITIK

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