Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 1-2

ZÄPP-ANALYSE DER KZBV Wie Krise und Politik den Zahnarztpraxen zusetzen Der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung liegen erste Ergebnisse des Zahnärzte-Praxis-Panels (ZäPP) zum Pandemiejahr vor: Danach hat sich von 2019 auf 2020 der Anteil der Praxen mit einem Einnahmenüberschuss von weniger als 50.000 Euro fast verdoppelt. Doch während Corona zeitlich begrenzt durchschlug, drohen den Zahnärztinnen und Zahnärzten jetzt auf lange Sicht GKV-Einsparungen und inflationsbedingt steigende Betriebskosten. Im September befragte die KZBV die Zahnärzteschaft zu den Auswirkungen der Energiekrise auf die Praxen. Fast 6.000 Praxen haben innerhalb kürzester Zeit geantwortet. Die wichtigsten Ergebnisse: Die meisten niedergelassenen Zahnärzte und Zahnärztinnen sind auf Gas angewiesen, sehen kaum noch Potenziale zur Einsparung oder Umstellung und befürchten für ihre Praxen einen drastischen Anstieg der Energiepreise. Im Fokus der ZäPP-Analyse zu den Auswirkungen dieser extremen Inflation sowie der GKV-Einsparungen sollen die einkommensschwächsten Praxen stehen, also die unteren 10 Prozent mit den geringsten Überschüssen je Inhaber. Diese Praxen waren bereits von der Pandemie aufgrund eines geringen finanziellen Puffers überdurchschnittlich stark betroffen. Weitere Einkommensrückgänge sind ein Alarmsignal, das auf eine mittelfristige Insolvenzgefährdung hinweist, denn dauerhaft ist der Praxisbetrieb bei einem so geringen Einkommen nicht möglich. Zur besserenVergleichbarkeitwurde die Analyse auf Einzelpraxen beschränkt, die mit gut 80 Prozent nach wie vor die am weitesten verbreitete Praxisform darstellen. Die Ergebnisse dürften der KZBV zufolge aber im Kern auch auf Berufsausübungsgemeinschaften und MVZ zutreffen. Die Praxislandschaft ist sehr heterogen Was überrascht: Die Praxislandschaft ist sehr heterogen. Während der Einnahmenüberschuss der unteren 10 Prozent der Einzelpraxen nur 39.000 Euro beträgt, erwirtschaftet die durchschnittliche Einzelpraxis einen Überzm113 Nr. 01-02, 16.01.2023, (31) POLITIK | 31 Abb. 1: Vergleich der Praxisinhaber - Durchschnittspraxis vs. untere 10 Prozent, Quelle: ZäPP Was tun, wenn die Kosten die gute Arbeit gefährden? Foto: BalanceFormCreative - stock.adobe.com

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