Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 1-2

36 | ZAHNMEDIZIN scheidende Rolle bei der Reduzierung von Knochenverlusten im Zuge der Implantation zukommen könnte. Trotz der Entwicklungen in der Implantologie in den vergangenen Jahren fällt der Knochenverlust an Implantaten noch immer höher aus als an natürlichen Zähnen. Es besteht daher ein dringender Bedarf an klinischen Studien, in denen verschiedene Einflussfaktoren wie Implantattyp (Tissue level versus Bone level), der Zeitpunkt der Implantation (Sofortimplantation versus Spätimplantation) oder der Zeitpunkt der Belastung des Implantats (Sofortbelastung versus Spätbelastung) untersucht werden. So zeigte Linkevicius, dass sich eine konische Implantat-Abutment-Verbindung positiv auf die marginale Knochenhöhe und das Emergenzprofil auswirken kann. Auch das Eingliedern eines definitiven Abutments zu einem frühen Zeitpunkt (One-time-abutment-concept) zeigte bereits einen reduzierten Knochenverlust nach Implantation, wie Hanisch ausführte. Ein definitives Abutment mit einem reduzierten Durchmesser im Vergleich zum Implantat (PlatformSwitching) erwies sich ebenfalls als ein positiver Einflussfaktor für ein erhöhtes Knochenwachstum an der Implantatschulter und ist für Degidi einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Ziel der Forschung sollte sein, Bedingungen zu finden, die eine konstant funktionierende und reproduzierbare Implantatumgebung ermöglichen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, den Prozess des Knochenabbaus und dessen Ursachen zu verstehen. Darin waren sich die Referenten einig, auch wenn ihre Konzepte durchaus unterschiedlich waren. Dr. Elisabeth Prause, Berlin Session „Weichgewebeaugmentation: Weichgewebeverdickung am Implantat“ Weichgewebeaugmentationen können in der Implantattherapie bedeutsam werden, um adäquate Ergebnisse im Blick auf die biologischen, funktionellen und ästhetischen Aspekte am Implantat zu erzielen. Welche aktuellen Methoden sich für eignen, das wurde von Prof. Dr. Michael Stimmelmayr (Cham), Prof. Dr. Daniel S. Thoma (Zürich) und PD Dr. Gerhard Iglhaut (Memmingen) diskutiert. Wennes umAugmentationenmit autologem Gewebe geht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Beliebt sind das freie Schleimhauttransplantat (dünn/dick), das freie oder auch gestielte Bindegewebstransplantat sowie das kombinierte Schleimhaut-Bindegewebstransplantat. Dabei kommen diese je nach Indikation unterschiedlich zum Einsatz. So eignet sich das freie Schleimhauttransplantat einerseits zur Verbreiterung der keratinisierten Gingiva mit Vestibulumplastik und andererseits zur Verdickung der Gingiva mit Socket Seal Surgery oder Implantatfreilegung. Das freie oder gestielte Bindegewebstransplantat hingegen eignet sich zur Verdickung und Stabilisierung der Gingiva und kann dabei vor, während und/oder nach der Implantatsetzung/Implantatfreilegung verwendet werden. Die Bindegewebstransplantate können hierfür entweder vom anterioren Gaumen mittels Single-IncesionTechnik oder vomposterioren Gaumen durch Trap-Door-Technik entnommen werden. Darüber hinaus kann auch die Lappentechnik oder auch offene Technik zur Bindegewebsentnahme eingesetzt werden. Auch Transplantate vom Tuber sind möglich. Das kombinierte Schleimhaut-Bindegewebstransplantat findet Verwendung zur Verdickung und Stabilisierung der Gingiva im Zuge Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake wird Ehrenmitglied der DGI. Von links: DGI-Präsident Prof. Florian Beuer, Prof. Henning Schliephake und PD Dr. Gerhard Iglhaut bei der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. Foto: Bert Bostelmann/DGI zm113 Nr. 01-02, 16.01.2023, (36)

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