Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 1-2

68 | ZAHNMEDIZIN WEITERE EUROPÄISCHE S3-LEITLINIE IN VORBEREITUNG Prävention und Therapie periimplantärer Erkrankungen Søren Jepsen, MS, Henrik Dommisch, Frank Schwarz In den Jahren 2020 und 2022 hat die European Federation of Periodontology (EFP) weltweit beachtete S3-Leitlinien zur Therapie der Parodontitis in den Stadien I–III und dann auch IV vorgestellt. Aktuell wird nun eine S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie periimplantärer Erkrankungen entwickelt – unter maßgeblicher Mitgestaltung deutscher Expertinnen und Experten aus den Bereichen Parodontologie, Implantologie und Prothetik. Dazu hatte die EFP vom 6. bis zum 9. November 2022 zum Clinical Guideline Workshop ins spanische La Granja geladen. Dentale Implante haben unsere Möglichkeit, fehlende Zähne prothetisch zu ersetzen, erheblich erweitert und sind seit vielen Jahren eine bewährte Therapieoption bei teilbezahnten oder zahnlosen Patienten. Allerdings ist mit der zunehmenden Häufigkeit von mit Implantaten versorgten Patienten auch die Prävalenz von biologischen Komplikationen an Implantaten (periimplantäre Erkrankungen wie Mukositis bei circa 40 Prozent der Patienten und Periimplantitis bei circa 20 Prozent der Patienten) erheblich angestiegen. Dabei wird die periimplantäre Mukositis als (reversible) Vorstufe der Periimplantitis angesehen und das Management der Mukositis gilt als primäre Prävention der Periimplantitis. Anders als bei der Volkskrankheit Parodontitis, wo wir auf jahrzehntelange Erfahrungen und eine sehr solide Evidenzbasis aus klinischen Studien zurückgreifen können, ist die wissenschaftliche Evidenz zur Prävention und Therapie periimplantärer Erkrankungen teilweise noch recht dünn und es besteht kaum Konsens bezüglich der Behandlungskonzepte. Therapien bei fortgeschrittener Periimplantitis sind oftmals nicht erfolgreich und deshalb kommt der Prävention und Früherkennung eine besondere Bedeutung zu. Auch weil Implantate häufig bei Patienten zur Anwendung kommen, bei denen Zähne aufgrund von Parodontitis entfernt und durch Implantate ersetzt wurden, befanden die EFP und das EFP-Workshop-Komitee, es sei an der Zeit, bisher vorgeschlagene Konzepte auf den Prüfstand zu stellen und Empfehlungen für die Praxis zu erarbeiten. Die deutschsprachigen Expertinnen und Experten auf dem Leitlinien-Workshop der EFP (v.l.n.r.): PD Ausra Ramanauskaite, Dr. Jasmin Grischke, Prof. Moritz Kebschull, Prof. Meike Stiesch, Prof. Søren Jepsen, Prof. Raluca Cosgarea, PD Karin Jepsen, PD Philipp Sahrmann, Prof. Ina Kopp, Prof. Henrik Dommisch, Prof. Bettina Dannewitz, Prof. Anton Sculean, Prof. Peter Eickholz, PD Jan Derks, Prof. Frauke Müller, Prof. Frank Schwarz Foto: Foto: EFP zm113 Nr. 01-02, 16.01.2023, (68)

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