Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

mit großer Erfahrung in der Dosierung der Kräfte. Bei zu hoher Kraftanwendung kann die Pulpa geschädigt oder das Gold überkondensiert werden mit der Gefahr, dass sich die nächsten Goldschichten nicht miteinander verbinden; bei zu geringem Krafteinsatz besteht das Risiko der ungenügenden Verdichtung des Goldes. Durch mechanische Geräte sind die Kräfte dosierbar. Diese sollten erst verwendet werden, wenn die erste Goldschicht eingebracht und die Präparationsgrenze mit Pellets dargestellt ist. Foliengold erfordert immer eine Hammerkondensation, um einen hohen Grad der Kaltverschweißung zu erzielen. Zum Kondensieren sollte man möglichst kleine Kondensieransätze verwenden, damit man das Gold überlappend verdichten kann. Die Ansätze haben ein pyramidal gezahntes Relief und sind als Verbrauchsmaterialien anzusehen, die bei Abnutzung zu ersetzen sind. Die Kondensation erfolgt vorzugsweise durch die von Koser und Ingraham 1956 eingeführte Furniertechnik, bei der die unteren zwei Drittel der Kavität schnell mit Schwamm- beziehungsweise E-Z-Gold gefüllt werden und die oberflächliche Schicht mit Blattgold furniert wird, um eine bessere Oberflächengüte zu erhalten [Koser und Ingraham, 1956; Paul, 1990b]. Nach Abschluss der mit leichtem Goldüberschuss kondensierten Kavität wird die Füllung alternierend geschnitzt und brüniert. Zum Schnitzen verwendet man Goldmesser oder ein DiscoidCleoid-Instrument, um bei der Arbeit vom Gold zur Zahnhartsubstanz Fül36 | TITEL zm113 Nr. 07, 01.04.2023, (530) ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Abb. 9a: klassischer keilförmiger Defekt Abb. 9b: Goldhämmerfüllung direkt nach dem Legen: Durch den Kofferdam und die Zahnhalsklammer wurde die Gingiva nach apikal verdrängt. Abb. 9c: Zwölf Monate nach Füllungslegung mit vollständiger Regeneration der Gingiva: Diese hat sich nach incisal über den Füllungsrand gelegt. Fotos: Heike Steffen

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