Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

PRAXIS | 45 um in Hamburg eine Lehre zum Zahntechniker absolvierte, verbrachte seine Assistenzzeit in Dänemark und lernte dort ebenfalls seine spätere Frau kennen. Michael Wenzel, der in Hamburg aufwuchs, ist damit quasi Dreiviertel-Däne. Kein Wunder, dass es ihn nach dem Abitur ebenfalls nach Skandinavien zog. „Ich hatte immer eine sehr enge familiäre Beziehung nach Kopenhagen, große Teile meiner Familie leben dort. Außerdem hätte ich in Deutschland wegen des NCs vielleicht noch ein oder zwei Jahre mit dem Zahnmedizinstudium warten müssen.“ Der 66-Jährige lacht. „Deshalb war ich sehr glücklich, dass ich mein Staatsexamen an der Universität Kopenhagen machen konnte.“ Es wurde ein besonderes Studium: Während Zahnärzte in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als „Meister im Reparaturbetrieb“galten, lag in Dänemark der Fokus eher auf der Prävention, erinnert sich Michael Wenzel: „Die Skandinavier orientierten sich damals vor allem an den Amerikanern und auch die meisten Lehrbücher kamen aus den USA. So ist dort zwangsläufig eine andere Zahnheilkunde entstanden als in Deutschland oder in der Schweiz.“ In Dänemark war der präventive Behandlungsanteil hoch und der Prothetikanteil niedrig, in Deutschland war es genau umgekehrt. „Das hat sich in den letzten Jahrzehnten normalisiert und die Unterschiede sind heute nicht mehr so erkennbar, aber zu meiner Ausbildungszeit war dieser Unterschied noch sehr deutlich.“ Mit dem Staatsexamen in der Tasche ging es für Michael Wenzel zurück nach Hamburg. Seine Assistenzzeit absolvierte er in der väterlichen Praxis in den Jahren 1982/83 sowie im Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg-Wandsbek. Im Juli 1984 wurde die Sozietät zwischen Vater und Sohn gegründet. „Echte Alternativen zur Niederlassung gab es früher gar keine. Aber ich wollte auch selbstständig sein, mein eigener Chef, und eine Praxis nach meinen Vorstellungen gestalten.“ Der Vater ließ ihn gewähren. „Er hat mich machen und das Praxiskonzept – angelehnt an meine Erfahrungen in Dänemark – entwickeln lassen. Das war schon etwas Besonderes!“ Der Vater hat ihn machen lassen Geprägt durch sein Studium war für Michael Wenzel schon früh klar, welchen Weg er beschreiten will: die Prophylaxe – aus seiner Sicht „die Königsdisziplin der Zahnheilkunde“. „In den vergangen Jahrzehnten hat sich ein grundlegender Wandel im zahnärztlichen Berufsbild ergeben“, erläutert der 66-Jährige. Am Anfang seiner Tätigkeit war der Zahnarzt für die Zahngesundheit der Patienten verantwortlich. Die Patienten hatten wenig bis kein Zahnbewusstsein, die Kassen bezahlten, der Zahnarzt machte. „Heute sitzen dagegen mündige zahnbewusste Patienten mit Selbstverantwortung und einem Selbstverständnis für Prophylaxe vor mir. Welch ein Wandel für die persönliche Gesundheit und Ökonomie und ökonomisch für unsere Volksgesundheit und Volkswirtschaft! Hier ist wirklich etwas Grundlegendes passiert!“ Heute arbeiten im Zahnärztehaus Rahlstedt fünf Zahnärzte und 15 MitarbeiterInnen, die ebenfalls für Prophylaxe brennen. Neben Michael Wenzel gibt es drei weitere Praxisinhaber: Stefan Auksutat seit 1986, Dr. Ole Wenzel seit 1993 und zm113 Nr. 09, 01.05.2023, (735)

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