Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

46 | PRAXIS zm113 Nr. 09, 01.05.2023, (736) Jörg Eddelbüttel seit 2016. Michael Wenzel ist vom Modell der Praxisgemeinschaft überzeugt: „Das gemeinsame Arbeiten, der tägliche Austausch, die gegenseitige Korrektur, all das erfordert eine große Teamfähigkeit. Und genau das wollte ich immer machen: Im Team arbeiten!“ 42 Jahre – sein gesamtes bisheriges Berufsleben hat Michael Wenzel im Zahnärztehaus Rahlstedt verbracht. In allen Jahrzehnten hat die Praxis viele Lehrlinge ausgebildet. „Diese sind uns oft noch jahrelang als treue Mitarbeiter der Praxis erhalten geblieben“, berichtet Wenzel. „Es gehört auch zu einer dieser Traditionen der Praxis, dass unsere Mitarbeiter viele Jahren in der Praxis beschäftigt sind. Wir konnten in den letzten Jahren viele Jubilare zu ihrer 10-, 20- und auch 30-jährigen Praxiszugehörigkeit beglückwünschen.“ Die Pastoren plauschten im Wartezimmer „Und nach über 40 Jahren gibt es so einige Anekdoten zu erzählen“, grinst der Hamburger. Und berichtet von den beiden Pastoren in seinem Wartezimmer: „Der Pastor, der mich als Jugendlichen konfirmiert hatte, kam später als mein Patient in die Praxis, über viele Jahre hinweg, bis ins hohe Alter. Mein Bruder behandelte währenddessen seinen Nachfolger. Und wie sollte es anders kommen? An einem Tag, zur Mittagszeit, saßen beide Pastoren zeitgleich in unserem Wartezimmer – und blieben bis wir die Praxis abschließen mussten“, lacht Wenzel. „Unsere Mitarbeiter haben den beiden Herren zwischendurch Kaffee gebracht, mehr brauchten die beiden für eine angeregte Unterhaltung über ihre Schäfchen nicht.“ Mittlerweile ist er stolzer Farfar mit vier Enkeln Welchen Tipp hat der Praxisinhaber für andere Gründer? „Immer ein Gemeinschaftsmodell wählen, einen Qualitätszirkel finden und sich permanent fortbilden, viel Mut und Ausdauer haben und die Work-Life-Balance nicht vergessen!“ Gerade letzteren Tipp würde er sich heute wirklich zu Herzen nehmen: „Ich brauchte zwei Herzinfarkte und zwei Söhne, die es zum Glück anders machen, um zu erkennen, dass man nicht nur auf die Arbeit gucken darf! Meine Söhne wollen auch beruflich viel erreichen, aber nicht um jeden Preis!“ Jetzt nach 42 Jahren plant Michael Wenzel seinen Ruhestand. „Im Sommer werde ich mich aus der Praxis zurückziehen. Der Abschied fällt schwer und doch leicht, denn neue Aufgaben warten auf mich. Inzwischen bin ich stolzer Farfar (dänisch für Großvater, Anm. d Red.) mit vier Enkelkindern, und primär werde ich mehr Zeit für meine Frau, meine Familie und unsere Freundschaften haben. Auch möchte ich mehr Zeit in meiner zweiten Heimat Dänemark verbringen.“ In der Praxis hält er nun seine „Abschiedstournee“. Was er sich für die Zukunft des Zahnärztehauses wünscht? „Egal, was künftig passieren wird, meine zahnärztliche Tätigkeit war immer Schwerpunkt der Zahnerhaltung durch Vorbeugung, durch Prophylaxe und weitgehend minimal invasive Zahnerhaltung“, betont Michael Wenzel. „Mein Dank gilt allen, die mit mir diesen Weg gegangen sind, und das lässt mich in Ruhe auf die Zukunft der Zahngesundheit der Patienten des Zahnärztehaus Rahlstedt blicken. Mein größtes berufliches Ziel ist erreicht!“nb SO UNTERSCHIEDLICH KANN PRAXIS SEIN – WIR ERZÄHLEN IHRE GRÜNDER-GESCHICHTE! Welche Umstände bieten optimale Entfaltungsmöglichkeiten, eine gute Work-Life-Balance und Zufriedenheit mit dem Beruf? Die Antworten auf diese Fragen fallen so unterschiedlich aus, wie die Lebensentwürfe individuell verschieden sind. Die zm-Redaktion möchte von Ihnen wissen: Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Durch welche Höhen und Tiefen mussten Sie seitdem schon gehen? Schreiben Sie uns! Wir möchten die Geschichte Ihrer Praxis erzählen – mit Anekdoten, die Sie zum Lachen bringen und die Sie auch schon verzweifeln ließen. „ Was zeichnet Ihre Praxis , Ihren Standort, Ihr Team aus? „ Aus welchen Gründen haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Was würden Sie heute anders machen? „ Verraten Sie uns eine Anekdote: Was war das Beste/Schlimmste, das Ihnen als Praxischef bisher passiert ist? „ Welchen Tipp haben Sie für andere Gründer? Gerne möchten wir auch Ihre Praxis in unserer neuen zm-Serie „Meine Gründer-Geschichte“ vorstellen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an: zm@zm-online.de; Stichwort: Gründer-Geschichte. Michael Wenzel (Dritter v.l.), Praxisinhaber in dritter Generation, mit seinen Partnern: „Die Arbeit in einem großen Team hat mich sehr geprägt!“ Foto: Ulf Seitz nb

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=