Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2060) 18 | POLITIK 15-Jährigen, die angaben, im vergangenen Monat geraucht zu haben, von 15 Prozent (2018) auf 17 Prozent (2023) gestiegen. Während der Alkoholkonsum unter deutschen Erwachsenen seit 2000 stetig sinkt, zeigt sich laut dem Report beim Anteil der 15-Jährigen, die angaben, mehr als einmal in ihrem Leben betrunken gewesen zu sein, ein „besorgniserregender“ Trend: „Ihr Anteil stieg von 25 Prozent im Jahr 2014 auf 31 Prozent im Jahr 2022 – und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent.“ Jeder sechste Erwachsene in Deutschland war 2022 laut Länderreport fettleibig. Auf EU-Ebene liegt Deutschland hier mit 17 Prozent über dem EUDurchschnitt von 15 Prozent. „Wie in anderen EU-Ländern ist der Anteil in den letzten Jahrzehnten gestiegen und hat sich gegenüber 2002 (11 Prozent) fast verdoppelt“, heißt es. Wie der Länderreport Deutschland der EU-Kommission vermerkt, sind in Deutschland viele Verhaltensrisikofaktoren bei Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad häufiger anzutreffen. So rauchte im Jahr 2019 mehr als jeder vierte Erwachsene mit niedrigerem Bildungsgrad täglich, verglichen mit etwa jedem siebten (15 Prozent) mit hohem Bildungsgrad. Kosten und Zufriedenheit Im Vergleich der EU-Mitgliedstaaten hatte Deutschland im Jahr 2023 mit 5.414 Euro pro Kopf die höchsten Gesundheitsausgaben unter den EUMitgliedstaaten. Knapp 86 Prozent der Ausgaben für die Gesundheitsversorgung in Deutschland trugen 2023 der Staat und die Krankenversicherungen – das war mehr als im OECDDurchschnitt (75,1 Prozent). Im Durchschnitt der OECD-Länder waren im Jahr 2024 etwa 64 Prozent der Menschen mit der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten an ihrem Wohnort zufrieden. In Deutschland lag der Anteil der Zufriedenen bei 81 Prozent. Zugang und ungedeckter Bedarf Laut OECD bot Deutschland seinen Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2023 zu 100 Prozent Zugang zu Kern-Gesundheitsleistungen (OECDSchnitt: 98 Prozent). Während über alle OECD-Länder hinweg betrachtet 3,4 Prozent der Bevölkerung von nicht gedeckten Bedürfnissen im medizinischen Bereich berichteten, sagten das in Deutschland 0,8 Prozent. „Nicht gedeckte Bedürfnisse sind im Bereich der zahnärztlichen Versorgung in der Regel größer“, geht aus der OECD-Statistik hervor. Während davon in Griechenland, Lettland und Island im Jahr 2024 mehr als acht Prozent der Bürgerinnen und Bürger berichteten, waren es in Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Kroatien weniger als ein Prozent. Im Durchschnitt wurden 2023 in den OECDLändern 32 Prozent der Kosten für die zahnärztliche Versorgung durch staatliche Programme oder Pflichtversicherungen übernommen – in Deutschland waren es 73 Prozent. Das ist nach Japan mit 79 Prozent der zweithöchste Anteil. Am wenigsten beteiligte sich der Staat in Griechenland (0 Prozent), Spanien (1 Prozent) und Israel (1 Prozent) an den Kosten für die zahnärztliche Versorgung. Stationärer Bereich Mit insgesamt 810 Aufnahmen je 100.000 Einwohner im Jahr 2023 weist Deutschland im OECD-Vergleich weiterhin eine der höchsten Raten vermeidbarer Krankenhausaufenthalte auf. In der EU ist Deutschland hier Spitzenreiter. Laut Länderreport der EU-Kommission stand fast die Hälfte dieser Fälle im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz (47 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (31 Prozent) sowie Diabetes (22 Prozent). Digitalisierung „Die öffentlichen Ausgaben und Investitionen im deutschen Gesundheitswesen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen“, so das Fazit im EU-Länderprofil für Deutschland. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung des Gesundheitssystems, da die deutschen Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitsund Sozialwesen in den letzten zehn Jahren relativ stagniert haben.“ So seien vom deutschen Staat 2023 rund 1,1 Millionen Euro je 100.000 Einwohner investiert worden – der EU-Schnitt lag bei 2,3 Millionen Euro je 100.000 Einwohner. sth Anteil der Ärztinnen und Ärzte in Prozent in OECD-Staaten, die ihren Abschluss im Ausland erworben haben (Stand: 2023) Israel Norwegen Irland Neuseeland Schweiz Großbritannien Australien Schweden USA Chile Kanada Griechenland OECD-Durchschnitt Slowenien Deutschland Finnland Belgien Dänemark Frankreich Ungarn Tschechien Österreich Lettland Kolumbien Estland Niederlande Polen Italien Litauen 59 44 43 42 38 31 28 25 25 25 22 20 15 15 14 14 12 11 8 8 8 7 5 5 4 4 1 1 Im Jahr 2023 beschäftigten die Mitgliedsländer der OECD mehr als 600.000 ausländisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, ein Anstieg von etwas über 50 Prozent seit 2010. Ihre Verteilung ist ungleich: Fast drei Fünftel praktizieren in nur drei Ländern: den USA, Großbritannien und Deutschland. Quelle: OECD, Health at a Glance

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