18 | POLITIK zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (492) AKTIONSPLAN 2025 BIS 2030 VERSORGUNG SICHERN – STRUKTUREN STÄRKEN Der im Oktober 2025 publizierte „Aktionsplan 2025 bis 2030 für eine wohnortnahe und flächendeckende vertragszahnärztliche Versorgung“ der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) informiert über den aktuellen Stand der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland und formuliert Vorschläge, wie die Versorgungsstrukturen auch zukünftig gestärkt und drohenden lokalen Versorgungsengpässen frühzeitig entgegengewirkt werden kann. Derzeit, betont das Papier, befindet sich die zahnärztliche Versorgung bundesweit auf einem flächendeckend guten Niveau. Eine Herausforderung stellt aus Sicht der KZBV jedoch der demografische Wandel dar. Vor diesem Hintergrund fordert die KZBV in ihrem Aktionsplan politische Rahmenbedingungen, die das Engagement von KZBV und KZVen bei der Sicherstellung unterstützen und die Niederlassung fördern. Dazu gehören unter anderem der Abbau von Bürokratie in den Praxen, eine vollumfängliche Vergütung der erbrachten Leistungen, die Stärkung der Freiberuflichkeit und eine strenge Regulierung von iMVZ. In der Wiedereinführung der Bedarfszulassung sieht die KZBV kein geeignetes Steuerungsinstrument. Zielführender seien Anstrengungen auf politischer Ebene, gleichwertige Lebensverhältnisse überall in Deutschland zu gewährleisten. Zur gezielten Stärkung der Versorgung in unterversorgten oder in von Unterversorgung bedrohten Bereichen plädiert die KZBV ergänzend zu den oben genannten Rahmenbedingungen darüber hinaus unter anderem für staatliche Investitionskostenzuschüsse für Zahnarzt- und Zweigpraxen sowie für steuerrechtliche Vergünstigungen für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich in diesen Gebieten niederlassen oder ihren Ruhestand hinausschieben. Positive Effekte könnte darüber hinaus der erleichterte Zugang zum Zahnmedizinstudium durch eine Quote für Studierende haben, die sich vorab verpflichten, für einen festgelegten Zeitraum nach ihrer Approbation in einem Planungsbereich mit festgestelltem Versorgungsbedarf im Bundesland des Studienortes tätig zuwerden. plan unterbreiten. Natürlich sind nicht alle unsere Vorschläge für jedes Bundesland und die dortige Versorgungssituation passend. Dennoch ging es fast in jedem Gespräch um die Frage: Wie kann es gelingen, die Niederlassung attraktiv zu machen oder zu halten? Hier konnten auch die vielfältigen Aktivitäten auf KZV-Ebene gut dargestellt werden. Wichtig war uns auch zu zeigen, dass der zahnärztliche Versorgungsbereich ganz anders „tickt“ als der ärztliche. Dazu gehören unter anderem die hohe Zahnarztbindung, eine funktionierende Überweisungsstruktur, kein Steuerungsproblem und kein Terminproblem. Auch die Landzahnarztquote spielte in vielen Gesprächen eine Rolle, ebenso wie der Bürokratieabbau, die notwendige Planungssicherheit für die Praxen und die Regulierung von investorengetragenen Medizinischen Versorgungszentren. Aber auch über die weitere Verbesserung der Versorgung vulnerabler Gruppen haben wir uns in vielen Gesprächen ausgetauscht – ein Thema, auf das wir als KZBV ja schon seit vielen Jahren ein besonderes Augenmerk richten. Welche Rückschlüsse ziehen Sie aus den Reaktionen? Dass sich unser daten- und faktenbasierter Ansatz auszahlt. Dass es gelungen ist, mit unserem Aktionsplan eine sachorientierte Debatte anzustoßen und zu führen und es möglich ist, im Zusammenspiel von Politik und Selbstverwaltung, jeder in seinem Aufgabenfeld, Lösungen zu finden. In diesem Sinne darf es gerne weitergehen. Gibt es Momente aus den Gesprächen, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind? Als besonders positiv nehme ich mit, wie groß das Interesse am Austausch und an Fragen der zahnmedizinischen Versorgung und ihrer Sicherstellung ist und dass wir zeigen konnten, dass wir im zahnärztlichen Bereich gut aufgestellt sind, dass Selbstverwaltung gut funktioniert und sich entfalten kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Wir hoffen, dass die Gespräche einen Beitrag dazu leisten konnten, diesen Weg weiterzugehen. Dazu konnte seitens der KZVen sehr gut ausgeführt werden, welche Aktivitäten auf KZV-Ebene bereits entfaltet wurden. Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, welch positive Resonanz wir auf die Erfolge unserer Präventionsbemühungen erhalten. Die Erfolge bei der Mundgesundheit, basierend auf unserem präventionsorientierten Versorgungsansatz, werden politisch breit anerkannt und wurden in allen Gesprächen herausgestellt, ebenso wie die Tatsache, dass wir ein effizient wirtschaftender Versorgungsbereich sind. Das zeigt einmal mehr, dass wir im zahnärztlichen Bereich beispielgebend für das gesamte Gesundheitswesen auf dem richtigen Pfad unterwegs sind. Was sind die nächsten Schritte der KZBV, um den Aktionsplan voranzubringen? Selbstverständlich werden wir weiterhin mit der Politik zu unserem Aktionsplan im Austausch bleiben. In diesem Sinne verstehe ich die Gespräche, die wir bislang geführt haben, als eine Art „Auftakt“, um beim Thema Sicherstellung in einem kontinuierlichen politischen Dialog zu bleiben. Das gilt für die Länder, aber auch auf Bundesebene wird uns das Thema Sicherstellung der Versorgung weiter begleiten, beispielsweise in Gesprächen mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Das Gespräch führte Susanne Theisen. Der Aktionsplan der KZBV wurde im Oktober 2025 veröffentlicht und ist als Kurzfassung sowie als vertiefende Ausarbeitung verfügbar unter: www.kzbv. de/aktionsplan-sicherstellung
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