Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 8

TITEL | 37 liefert die MRT eine exzellente Weichteilkontrastierung. Für zahlreiche Fragestellungen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – etwa im Bereich der Tumor- und Kiefergelenksdiagnostik – besitzt das MRT bereits eine dominante Stellung, zudem gewinnt es in weiteren Bereichen zunehmend an Bedeutung. Wie unterscheiden sich Röntgen und MRT? Beim Röntgen wird das untersuchte Areal durchleuchtet und die Bildgebung entsteht, indem die Energie des auf den Sensor auftreffenden Röntgenstrahls gemessen wird. Die Messung gibt darüber Aufschluss, wieviel Röntgenstrahlung im Gewebe absorbiert wurde und wie viel zum Sensor durchdringt. Während Hartgewebe wie Knochen und Zähne hohe Absorptionsraten aufweisen (erscheinen hell), lässt Weichgewebe wesentlich mehr Strahlung durch (erscheint dunkel). Die MRT basiert auf einem völlig anderen Prinzip. Hier werden Hochfrequenzimpulse in das Untersuchungsareal gesendet und das Gewebe „antwortet“ mit einem spezifischen Signal. Dieses Signal wird mit Sensoren registriert und der Bildverarbeitung zugeführt. Der Mechanismus macht deutlich, dass die MRT eine vielfach höhere diagnostische Vielseitigkeit als das Röntgen zulässt: Das Gewebe kann mit unterschiedlichen Hochfrequenzimpulsen angesprochen werden, worauf jeweils differenzierte und spezifische Antwortsignale ausgewertet werden können. Wie ein MRT-Bild entsteht – die Grundlagen Der Kern, um den sich alles dreht Der menschliche Körper besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser und Fett. In beiden steckt das chemische Element Wasserstoff mit einem Atomkern aus einem Proton. Damit befindet sich fast überall im menschlichen Gewebe eine sehr hohe Zahl von Wasserstoffprotonen. Genau das macht die Wasserstoffprotonen so wertvoll für die MRT: Sie sind überall, sie sind häufig und sie „antworten" auf Magnetfelder auf eine ganz besondere Weise. Aber was ist ein Proton eigentlich? Das Proton ist zunächst einmal ein zm116 Nr. 08, 16.04.2026, (607) Abb. 2: Ablauf eines Dental-MRT-Scans: Der Patient wird liegend positioniert und die Dentalspule an die Gesichtskonturen adaptiert. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen ... Foto: zm/br Abb. 3: ... wählt der Operator am Bildschirm der Bediensoftware mit wenigen Klicks die Scan-Einstellungen aus. Mit dem Drücken des Startbuttons wird der MRTScan in Gang gesetzt. Der Vorgang läuft jetzt automatisch ab und erfordert für viele Anwendungsfälle kein weiteres Eingreifen. Die akquirierten Daten werden bereits während des Scans auf dem Bildschirm dargestellt und ermöglichen eine sofortige Befundung und gegebenenfalls die Erweiterung der diagnostischen Prozedur. Foto: zm/br „DENTALES MRT“ VERSUS „DDMRT“? Dass die MRT-Technologie zunehmend für die Zahnmedizin interessant wird, zeigen auch aktuelle Angebote auf dem Gesundheitsmarkt. So bieten viele Radiologen und Praxen bereits eine Diagnostik mit einem „dentalen MRT“ an. Diese Angebote basieren fast ausschließlich auf der Verwendung von herkömmlichen, für den medizinischen Bereich entwickelten MRT-Geräten. Diese Geräte liefern zwar für zahlreiche dentale Fragestellungen hilfreiche Informationen, sollten aber nicht mit einem sowohl hardware- als auch softwareseitig speziell für die Beantwortung zahnmedizinischer Fragestellungen entwickelten „dentalen MRT“-Gerät gleichgesetzt werden. Aktuell bietet die Firma Siemens Healthineers als einziger Hersteller weltweit ein solches auf dentale Fragestellungen spezialisiertes MRT-Gerät an. Um Verwechslungen vorzubeugen, bezeichnet der Hersteller sein Gerät als „dental dediziertes MRT“ (ddMRT, engl. ddMRI). Das Gerät MAGNETOM Free.Max Dental Edition verfügt in Ergänzung zu den etablierten klinischen MRTs über eine speziell entwickelte dentale Empfangsspule, neuartige Messtechniken und Rekonstruktionsverfahren sowie über standardisierte Workflows, die die wichtigsten zahnmedizinischen Fragestellungen adressieren, und spezielle Erweiterungen der Software, die eine einfache Bedienung und eine Eingrenzung des Bildgebungsvolumens auf den dentomaxillofazialen Bereich unterstützen. KI-Algorithmen zur Bildrekonstruktion („Deep Resolve Boost“) und beschleunigte Messverfahren („Compressed Sensing“) ermöglichen kürzere Untersuchungszeiten. Damit ist die MAGNETOM Free.Max Dental Edition die technologisch am weitesten fortgeschrittene MRT-Bildgebung für die zahnmedizinische Diagnostik.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=