40 | TITEL Sequenzparameter Der Bildkontrast im MRT entsteht nicht zufällig, er wird aktiv gesteuert. Zwei Parameter sind dabei zentral. Die Repetitionszeit (TR) bestimmt, wie oft der HF-Puls wiederholt wird. Ist TR kurz, hat das Gewebe zwischen zwei Pulsen kaum Zeit, sich longitudinal zu erholen. Gewebe mit kurzer T1-Zeit (wie Fett) relaxiert schneller als Gewebe mit langer T1-Zeit (wie Wasser). Wird nun bereits nach kurzer Zeit – wenn Fett bereits vollständig, Wasser aber noch unvollständig relaxiert hat – ein HF-Puls ins Gewebe gegeben, wird der Kontrast zwischen beiden sichtbar. Man nennt das eine T1-Gewichtung. Ist TR zu lang, hat sich nahezu alles vollständig erholt und der T1-Einfluss geht verloren und es gibt keinen auswertbaren Signalunterschied. Die Echozeit (TE) bestimmt, wann das Signal nach dem Puls abgefragt wird. Wartet man lange, haben Gewebe mit kurzer T2-Zeit ihr Signal bereits verloren, während Gewebe mit langer T2Zeit (wie Flüssigkeit) noch signalreich strahlen. Das ergibt eine T2-Gewichtung. Fragt man früh ab, sind die T2Unterschiede noch kaum ausgeprägt. Durch die gezielte Kombination von TR und TE – wie kurzes TR mit kurzem TE für T1, langes TR mit langem TE für T2 – bestimmt der Untersucher den Kontrast seines Bildes. Die Einstellung dieser Parameter muss jedoch nicht manuell vorgenommen werden, dafür existieren in der Praxis vordefinierte Abläufe, bei denen nach definierten Zeiten HF-Impulse eingestrahlt und MR-Signale gemessen werden. Diese definierten Abläufe heißen Sequenzen. Dentale Sequenzen Im ddMRT sind diese Parameter gezielt für dentale Fragestellungen optimiert. Hier sind die Parameter so gewählt, dass Strukturen wie das Knochenmark, aber auch entzündliche Veränderungen und Weichgewebestrukturen optimaldifferenziert werden können. Dazu stehen direkt für den Scan am Gerät auswählbare Typen von Messprotokollen für das ddMRT zur Verfügung. Diese sind in leicht bedienbaren Messabläufen, zugeschnitten für die wichtigsten dentalen Indikatiozm116 Nr. 08, 16.04.2026, (610) Abb. 5: von der Physik zum MRT-Bild Foto: Bonitz
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