Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 8

72 | PRAXIS BETRIEBSWIRTSCHAFT IN DER ZAHNÄRZTLICHEN PRAXIS – TEIL 4 Profitcenter-Rechnungen: Was trägt wirklich zum Praxiserfolg bei? Marcel Nehlsen, Bernhard Fuchs Eine Praxis besteht aus verschiedenen Einheiten, die wirtschaftlich sehr unterschiedlich funktionieren. Genau hier setzen Profitcenter-Rechnungen (PCR) an. Sie schaffen Transparenz darüber, welche Leistungsbereiche tatsächlich zum Praxisergebnis beitragen – und wo gegebenenfalls nachgesteuert werden sollte. In unserem ersten Beitrag haben wir erläutert, wie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) richtig gelesen und als unternehmerisches Steuerungsinstrument genutzt werden kann. Der zweite Teil hat gezeigt, dass die BWA allerdings nur einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht und weshalb Daten aus der Praxissoftware als Ergänzung ein wichtiges Frühwarnsystem darstellen. Im dritten Teil haben wir schließlich fünf zentrale Kennzahlen vorgestellt, mit denen sich die wirtschaftliche Entwicklung einer Praxis strukturiert beurteilen lässt. All diese Instrumente haben jedoch eine gemeinsame Grenze: Sie betrachten die Praxis stets als Ganzes. Für viele unternehmerische Entscheidungen reicht dies nicht aus. Weil die Zahnarztpraxis aus verschiedenen Leistungsbereichen besteht, sind die Profitcenter-Rechnungen (PCR) aufschlussreiche Zeugnisse der verschiedenen wirtschaftlichen Bereiche. Sie schaffen Transparenz darüber, welche Praxisbereiche tatsächlich zum Praxisergebnis beitragen – und wo gegebenenfalls nachgesteuert werden sollte. Warum Gesamtzahlen oft nicht reichen Ein Blick in die BWA beantwortet zunächst eine grundlegende Frage: Ist die Praxis insgesamt wirtschaftlich erfolgreich? Die BWA zeigt zum Beispiel: „ den Gesamtumsatz „ die Gesamtkosten „ denGewinn Fotos: deagreez-stock.adobe.com zm116 Nr. 08, 16.04.2026, (642) SERIE „BETRIEBSWIRTSCHAFT IN DER PRAXIS“ „ Teil 1 (zm 1-2/2026): Warum Zahnärzte Unternehmer sind und wie sie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) richtig lesen und verstehen. „ Teil 2 (zm 4/2026): Frühwarnsystem Praxissoftware: Warum eine BWA nur bedingt aussagekräftig ist und um Informationen aus der Praxissoftware ergänzt werden muss. „ Teil 3 (zm 6/2026): Diese fünf Kennzahlen sollte jeder Zahnarzt kennen: Um den Überblick nicht zu verlieren, reicht es oft, sich auf wenige Kennzahlen zu fokussieren. „ Teil 4: Profitcenter-Rechnungen: Ist das Eigenlabor rentabel? Welche Umsätze muss die Prophylaxe-Abteilung pro Stunde erbringen, um die laufenden Kosten zu decken? Diese Informationen kann man durch Abteilungs-Rechnungen sichtbar machen. „ Teil 5: Liquiditätsmanagement: Jede BWA hat eine Seite 2 – die Liquiditätsrechnung. Aber nur die wenigsten Inhaberinnen und Inhaber schauen sich diese Information an, dabei ist sie oft wichtiger als die erste Seite der Gewinnermittlung.

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