Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

20 | PRAXIS zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (686) Sanitär- und Heizungstechnik sowie Bauelektrik“. Davon 2.600 im ZFA-Beruf und über 1.000 als Zahnärzte Stand Ende 2024 arbeiteten laut der Mitgliederstatistiken der Landeskammern insgesamt 1.056 tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland, die (auch) die syrische Staatsbürgerschaft haben. Das Durchschnittsalter der syrischen Bevölkerung in Deutschland liegt laut Mediendienst Integration bei etwa 27 Jahren. Rund ein Drittel – 328.400 Personen – ist minderjährig. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines erwarteten Rückgangs des Arbeitskräftepotenzials ist diese Gruppe ein erhebliches Reservoir für den Arbeitsmarkt“, betont das IW. Über die reguläre Erwerbszuwanderung kamen 2024 nach Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nur 54.590 Personen aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland – aus Sicht des IW bei Weitem nicht genug, um den Renteneintritt der Babyboomer auszugleichen: „Allein in dieser Legislatur gehen 5,1 Millionen Babyboomer in Rente, aber nur zwei Millionen kommennach.“ Warum dürfen gut integrierte Menschen nicht hierbleiben? Das Fazit der IW-Ökonomen: „Eine pauschale Rückkehrforderung wird der Komplexität der Integration der Syrer nicht gerecht und birgt das Risiko, dass auch Qualifizierte und gut integrierte Personen freiwillig abwandern. Statt die Integration generell infrage zu stellen, sollte die Politik die Interessen Syriens beim Wiederaufbau mit den Bleibewünschen gut integrierter Menschen in Deutschland austarieren.“ ck „EINE RÜCKKEHR SOLLTE EINE INDIVIDUELLE ENTSCHEIDUNG SEIN“ „Grundsätzlich wünscht sich jeder, eines Tages in seine Heimat zurückzukehren, aber aktuell ist die Infrastruktur in Syrien noch nicht ausreichend für eine breite Rückkehr. Das war auch die Beobachtung beziehungsweise Aussage von Bundesaußenminister Wadepuhl nach seinem Besuch in Syrien. Ich selbst habe mir in Deutschland ein Leben aufgebaut und befinde mich noch in einer wichtigen Phase meines beruflichen und persönlichen Weges. Deshalb sollte eine Rückkehr meiner Meinung nach keine pauschale Forderung sein, sondern eine individuelle Entscheidung bleiben.“ Foto: privat „DIE POLITISCHE LAGE IN DER GESAMTEN REGION BLEIBT LABIL“ „Ich finde, dieses Thema ist äußerst komplex, und die Frage einer Rückkehr nach Syrien lässt sich nicht mit mathematischen Zahlen oder einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Die Rückkehr nach Syrien sollte weder für Schlagzeilen noch als Wahlkampfthema genutzt werden. Entscheidend sind vielmehr stabile Verhältnisse, Sicherheit sowie der Wiederaufbau von Infrastruktur und Lebensgrundlagen – all das ist nach knapp 15 Jahren Krieg noch lange nicht ausreichend gegeben. Zudem bleibt die politische Lage in der gesamten Region angespannt und labil. Aktuelle Konflikte und Spannungen – etwa im Zusammenhang mit den USA, Israel und dem Iran – zeigen, dass die Situation weiterhin unsicher ist.“ Foto: privat „SOLL MAN EIN STABILES LEBEN FÜR EINE UNGEWISSE ZUKUNFT AUFGEBEN?“ „Zunächst ist unklar, an wen sich diese Aussage richtet – wie sie vom syrischen Präsidenten oder vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gemeint war. Wenn sie aus Syrien kommt, wäre sie wohl eher so zu verstehen, dass das Land möglicherweise in einigen Jahren freiwillig zurückkehrende Syrer aufnehmen kann – zwingen kann Syrien jedoch niemanden zur Rückkehr. Wenn sie aus Deutschland kommt, handelt es sich nicht um ein Gesetz und kann keine Grundlage für pauschale oder unüberlegte Maßnahmen sein. Am Ende steht man vor der Frage, ein stabiles Leben für eine ungewisse Zukunft aufzugeben – das ist wie eine Wette, die man nicht immer gewinnt.“ Foto: privat Mariam Dahmach, Zahnarzthelferin im Implantatzentrum Dresden – MVZ Aslan &Kollegen Imad Miskineh, angestellter Zahnarzt in Frankfurt am Main Dr. Anas Akminasi, niedergelassener Oralchirurg und Kieferorthopäde in Bremen

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