Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

42 | GESELLSCHAFT SYSTEMATISCHER KRANKENKASSENBETRUG IN FRANKREICH Und wieder steht eine Dentalkette im Zentrum der Machenschaften! In Frankreich haben Kriminelle die staatliche Krankenkasse um 58 Millionen Euro betrogen. Im Zentrum eines der größten Betrugsskandale in der Geschichte des französischen Gesundheitssystems steht – surprise – eine Dentalkette, deren neue Betreiber systematisch fiktive Leistungen abgerechnet haben. Sieben Männer und Frauen im Alter zwischen 23 und 57 Jahren wurden am 25. März in Paris dem Untersuchungsrichter vorgeführt und wegen organisierten Betrugs, organisierter Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung angeklagt, verkündete die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Tag darauf. Eine Person wurde in Untersuchungshaft genommen, die anderen stehen unter richterlicher Aufsicht. Der Vorwurf: Massiver Betrug bei den Abrechnungen mit der Krankenkasse (Caisse primaire d'assurance maladie, CPAM). Schätzungsweise 58 Millionen Euro sollen die Betrüger veruntreut haben. Mehr als 300.000 Euro Bargeld wurden bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt, weitere Einfrierungen sind Beccuau zufolge im Gange. In ganz Frankreich hätten „Gesundheitseinrichtungen, insbesondere zahnmedizinische Zentren“ ab Ende 2024 massenhaft erfundene Behandlungen abgerechnet, fasste die Beccuau den Sachverhalt in ihrer Erklärung zusammen. Die CPAM hatte bereits im Vorfeld der großen Anklagewelle Verträge mit zehn Zentren der Kette Nobel Santé+ gekündigt, nachdem dort massive Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Kronen und Brücken festgestellt worden waren. Abrechnungen liefen auf verstorbenen Zahnarzt Ans Licht kamen die Auffälligkeiten schon im vergangenen Frühjahr, als am 10. April 2025 der Polizeidienst zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (Office Central de Lutte contre la Délinquance Itinérante, OCLTI) von der NationaFoto: Charles LIMA-stock.adobe.com zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (708)

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