Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

44 | ZAHNMEDIZIN FALLBERICHT AUS DEM DGZ-JUNIORSPEZIALISIERUNGSPROGRAMM Mikroinvasive Behandlung einer moderaten Fluorose Lena Rössler Unter dem Begriff Fluorose werden Schmelzveränderungen zusammengefasst, die aufgrund einer übermäßigen Exposition von Fluorid während der Schmelzbildung und -reifung entstehen. Bei starker Ausprägung kann der Leidensdruck aufgrund ästhetischer Beschwerden sehr hoch sein. Im Folgenden wird die mikroinvasive Behandlung einer moderaten Fluorose mittels Mikroabrasion und Kunststoffinfiltration vorgestellt. Die 16-jährige Patientin ostafrikanischer Herkunft stellte sich im September 2024 erstmalig in der Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universitätsmedizin Göttingen vor. Ihr Hauptanliegen war eine generalisierte Blutung, die sie während der häuslichen Mundhygiene festgestellt hatte. Gleichzeitig äußerte sie den Wunsch, die Ästhetik im Oberkieferfrontzahnbereich zu verbessern. Die Allgemeinanamnese war unauffällig. Die dentale Ausgangssituation zeigte ein vollbezahntes Gebiss der zweiten Dentition mit Verfärbungen der Zähne 11-23 (Abbildung 1) sowie eine kavitierte Karies (ICDAS 5) am Zahn 37 okklusal. Zusätzlich wurde eine generalisierte Parodontitis marginalis Stadium II mit lokalisierten Befunden im Stadium III und einem Progressionsgrad B diagnostiziert. Es wurde die Diagnose einer Fluorose der Zähne 11-23 gestellt und diese aufgrund der deutlichen, bräunlichen Farbveränderungen nach Dean als moderat klassifiziert [Dean, 1942]. Bei der Untersuchung der jüngeren Schwester der Patientin wurde auch bei ihr eine ähnliche Strukturanomalie an den Zähnen 12-22 festgestellt (Abbildung 2). Differenzialdiagnostisch wurden eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) oder andere Schmelzveränderungen unklarer Genese in Betracht gezogen. Planung und Ziele Im Rahmen einer Parodontitistherapie erfolgten zunächst die umfangreiche Aufklärung sowie die Kontrolle und Entfernung des supra- und subgingival gelegenen Biofilms. Zusätzlich wurde eine Füllungstherapie am Zahn 37 durchgeführt. zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (710) Abb. 1: klinische Ausgangssituation der Patientin Abb. 2: klinische Ausgangssituation der Schwester der Patientin ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.

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