ZAHNMEDIZIN | 45 Zur Verbesserung der dentalen Ästhetik im Oberkieferfrontzahnbereich wurde, aufgrund des Alters der Patientin und unter Berücksichtigung des Nichtschadensgebots, besonderer Wert auf eine möglichst minimalinvasive Behandlungsmaßnahme gelegt. Nach umfassender Aufklärung wurde sich daher gemeinsam mit der Patientin für eine kombinierte Therapie aus Mikroabrasion und Kunststoffinfiltration (Icon Vestibular, DMG, Hamburg) entschieden. Behandlung Zur absoluten Trockenlegung wurde zunächst Kofferdam gelegt (Abbildung 3). Im ersten Schritt erfolgte eine Mikroabrasion der Schmelzoberfläche mit einem Gemisch aus 15-prozentiger Salzsäure (Icon Etch, Icon Vestibular, DMG, Hamburg) und Bimssteinpulver, mit dem die Zahnoberflächen für zwei Minuten poliert wurden (Abbildung 4). Es folgte die alleinige Salzsäureätzung (Icon Etch, Icon Vestibular, DMG, Hamburg), dreimal für jeweils fünf Minuten (Abbildung 5) unter ständiger Kontrolle des Ergebnisses (Abbildung 6). Zur Trocknung der Zähne wurde Alkohol (Icon Dry, DMG, Hamburg) angewendet. Zusätzlich lässt sich durch das kurzfristige Füllen der Poren mit Alkohol das Behandlungsergebnis visualisieren, das zu diesem Zeitpunkt mit dem Infiltranten erreicht werden würde. Anschließend folgte die Infiltration mittels des niedrigviskosen Kunststoffs (Icon Infiltrant, Icon Vestibular, DMG, Hamburg) für fünf Minuten unter Ausschluss von Licht. Überschüssiger Infiltrant wurde mit einem Schaumstoffpellet entfernt, bevor zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (711) Abb. 3: Ausgangssituation nach absoluter Trockenlegung der Zähne 13-23 mit Kofferdam Abb. 4: Ergebnis nach Mikroabrasion mit Salzsäure und Bimssteinpulver Abb. 7: Zustand unmittelbar nach Infiltration. Abb. 5a, b: Zustand während Salzsäureätzung der Zähne 11-23 Fotos: Lena Rössler/UMG Abb. 6: Ergebnis vor Infiltration a b Abb. 8: Behandlungsergebnis vier Monate nach Kunststoffinfiltration
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=