Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

72 | GESELLSCHAFT US-LANGZEITSTUDIE ENTKRÄFTET IQ-DEBATTE „Fluorid im Trinkwasser schadet dem IQ von Kindern nicht!“ Forschende der Universität Minnesota, USA, haben die Zusammenhänge zwischen Trinkwasser-Fluoridierung, dem IQ von Jugendlichen und der Kognition im Lebensverlauf erneut anhand repräsentativer Daten aus dem US-Bundesstaat Wisconsin untersucht. Mindestens 21 US-Bundesstaaten haben laut der National Conference of State Legislatures bisher Gesetzesentwürfe zum Fluoridverbot eingebracht. Utah und Florida waren die ersten, die entsprechende Verbote verabschiedeten. Diese traten im vergangenen Jahr in Kraft. Als Begründung, warum die Trinkwasserfluoridierung in Teilen der USA gestoppt wurde, diente zumeist eine kürzlich durchgeführte Analyse, die einen Zusammenhang zwischen Fluoridbelastung und einem verminderten IQ von Jugendlichen herstellt. Die Qualität und Aussagekraft dieser Studie wurden jedoch grundlegend infrage gestellt, insbesondere, da sich das Team um Kyla W. Taylor auf extrem hohe Fluoriddosierungen bezog, die weit über den für die Diskussionen um die Trinkwasserfluoridierung relevanten Werten liegen. Keine der Untersuchungen stammte aus bevölkerungsrepräsentativen Stichproben, die meisten der zitierten Studien berücksichtigten die Selektion der Studienteilnehmer nicht und keine basierte auf in den USA erhobenen Daten. Die Evidenz für eine Assoziation zwischen dem IQ von Jugendlichen und einer Fluoridbelastung in den für die Trinkwasseraufbereitung empfohlenen Konzentrationen ist uneinheitlich. Prof. John Robert Warren vom College of Liberal Arts der University of Michigan hat kürzlich die erste Analyse zum Zusammenhang zwischen Trinkwasseraufbereitung und Kognition über den gesamten Lebensverlauf vorgelegt. Er und seine Kollegen sind die Ersten, Foto: Nima-stock.adobe.com zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (738) DIE ERGEBNISSE AUF EINEN BLICK 1.Es gibt keine Belege für einen Zusammenhang zwischen der Fluoridierung des Trinkwassers und dem IQ von Kindern. 2.Es gibt auch keine Belege für einen Zusammenhang zwischen der Fluoridierung des Trinkwassers und der kognitiven Leistungsfähigkeit zu verschiedenen Zeitpunkten im späteren Leben. 3.Die Ergebnisse bestätigen Erkenntnisse aus früheren Untersuchungen, bei denen ebenfalls eine nationale Stichprobe verwendet wurde, jedoch Schulleistungstests statt tatsächlicher IQ-Werte berücksichtigt wurden.

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