zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (741) „CIRS DENT – JEDER ZAHN ZÄHLT!“ Verwechslungsgefahr beim Lokalanästhetikum Die Abkürzung „LASA“ bedeutet „Look Alike – Sound Alike“ und steht in der Medizin für die Gefahr, etwas zu verwechseln, das ähnlich aussieht oder ähnlich ausgesprochen wird. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) haben 20 Prozent aller mitgeteilten Medikationsfehler einen LASA-Bezug. Das CIRSdentTeam, hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, wir haben eine Bitte: Schauen Sie gleich morgen in den Behandlungsräumen Ihrer Praxis in die Schubladen, wo Sie Ihre Lokalanästhetika lagern. In der Regel finden sich dort drei verschiedene Ampullentypen, meistens einheitliche Produkte eines Herstellers: Zwei verschiedene Ampullentypen mit Adrenalinzusätzen 1:100.000 und 1:200.000 und ein Ampullentyp ohne Vasokonstriktor. Sind diese drei Typen leicht zu unterscheiden? Oder kann man auch mal „danebengreifen"? Hier kommt es auf Ihr Risikomanagement in der Praxis an! Natürlich kennen Sie die unterschiedlichen Indikationen für die jeweiligen Ampullen. Und meistens bereitet ja Ihre Stuhlassistenz die Lokalanästhesie vor. Aber Sie geben als allein Verantwortliche(r) das Kommando. Vielfach helfen Ihnen die Produkthersteller durch eine farbliche Codierung der Ampullen: n weiß oder hellgrau für eine Anästhesie-Lösung ohne Vasokonstriktor, n blau für eine Anästhesielösung 1:100.000 und n grün für eine Anästhesielösung 1:200.000. Da die Ampullen auch in diesen Farben beschriftet sind, ist eine Verwechslung nahezu ausgeschlossen. In unseren Praxen klappt das prima. Die Ampullen liegen ausgepackt nebeneinander in der Schublade. Und sofern Ihre Stuhlassistenz nicht farbenblind ist (was Sie übrigens schon seit deren Einstellung wissen sollten – auch das ist QM!) und Sie nicht nuscheln (was besonders hier nicht förderlich ist), dann ist die Bitte um eine Spritze mit zum Beispiel grüner Ampulle kurz, knapp und eindeutig. Einige Hersteller liefern dagegen immer noch Ampullen mit verschiedenfarbig codierten metallenen Verschlusskappen zur Unterscheidung und oft einer farblich kaum zu unterscheidenden Beschriftung der Ampullen. Ein namhafter Hersteller gibt an, es würden derzeit keine farblich markierten Verschlusskappen mehr hergestellt. Manche Hersteller verpacken ihre Ampullen in einen Dosenbehälter. Dann stehen sie senkrecht in der Dose, brauchen nicht extra ausgepackt werden, weil die Dose einfach mit Inhalt platziert werden kann. Liegen die Dosenbehälter nun nebeneinander, ist die jeweilige, den Ampullentyp ausweisende Dosenbeschriftung nicht mehr lesbar. Nach unserer Auffassung ist bei diesen senkrecht stehenden Ampullen eine farbliche Unterscheidung der Verschlusskappen allein nicht ausreichend, um eine Verwechslung ZAHNMEDIZIN | 75 ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. www.cirsdent-jzz.de • Berichtsdatenbank • anonym berichten • Feedback-Funktion CIRSdent – Jeder Zahn zählt! Das Online Berichtsund Lernsystem von Zahnärzten für Zahnärzte. Ein wichtiger Baustein für Ihr Praxis-QM mit über 200 Erfahrungsberichten. Jetzt mitmachen!
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=