GESELLSCHAFT | 83 Fotos: Dr. Luca Thomas sonal tatkräftig unterstützt – sei es bei der Patientenbetreuung, bei Übersetzungen, beim Assistieren oder bei der Dokumentation der Behandlungen. Diese Zusammenarbeit war unbezahlbar und hat meinen Einsatz erst möglich gemacht. Im Vorfeld hatte ich intensiv Materialspenden gesammelt: Instrumente, Einmalartikel wie Handschuhe und Masken, Lokalanästhetika und vieles mehr. Vor Ort konnte ich die Spenden sehr gut gebrauchen, denn gerade in abgelegenen Regionen fehlt es an jeglicher zahnmedizinischen Ausstattung. Ein schmerzfreies Lächeln ist hier so viel mehr Was mich immer wieder berührt, ist die unglaubliche Dankbarkeit der Menschen. Ein schmerzfreies Lächeln bedeutet hier so viel mehr als nur einen medizinischen Erfolg. Dieser Einsatz hat mir erneut gezeigt, warum ich Zahnärztin geworden bin. Es geht nicht nur um Füllungen oder Extraktionen, sondern darum, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren finanziellen Möglichkeiten zu helfen. Gambia wird für mich immer ein besonderer Ort bleiben. Hier begann meine Reise nach Afrika und ich bin mir sicher, dass es nicht mein letzter Einsatz dort gewesen sein wird. Der gemeinnützige Verein Projekthilfe Gambia e.V. engagiert sich seit vielen Jahren für die medizinische Versorgung in Jahaly, Gambia, wo ärztliche und zahnärztliche Hilfe kaum verfügbar ist. Für kommende Einsätze suchen wir ehrenamtliche Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Spenden – insbesondere zahnmedizinische Materialien oder finanzielle Unterstützung. n Projekthilfe Gambia e.V. Dahlhauserstr. 6, 45529 Hattingen E-Mail: info@buschklinik.de oder vorstand@buschklinik.de Website: buschklinik.de zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (749) Die Ergebnisse meiner Erhebung zeigen eine hohe Kariesbelastung bereits im Vorschulalter. Viele Kinder haben stark kariöse Zähne. MEINE KLEINE MUNDGESUNDHEITSSTUDIE Ein weiterer Schwerpunkt meines Einsatzes war die zahnmedizinische Datenerhebung in einem Kindergarten in Jahaly. Das Ziel bestand darin, den Mundgesundheitszustand und den zahnärztlichen Versorgungsgrad der lokalen Bevölkerung im Kindesalter erstmals systematisch zu erfassen. Der Fokus lag dabei auf den Kindergartenkindern, da sie eine besonders schutzbedürftige Gruppe darstellen. Der Kindergarten ist in drei Stufen (Level I–III) mit jeweils zwei Klassen gegliedert. Zum Zeitpunkt der Untersuchung besuchten 248 Kinder die Einrichtung. An der zahnmedizinischklinischen Untersuchung nahmen 222 Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren teil, was einer Quote von rund 90 Prozent entspricht. Zur Beurteilung der Mundgesundheit verwendete ich den dmft-Index. Untersucht wurden also ausschließlich Milchzähne. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Kariesbelastung bereits im Vorschulalter. Mit zunehmendem Alter stieg der dmft-Wert an, während der Anteil kariesfreier Kinder deutlich abnahm. Im Vergleich zur Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) lag der dmft-Wert der vier- bis sechsjährigen Kinder in Jahaly mit 4,0 (zwei bis vier betroffene Milchzähne) erwartungsgemäß deutlich über dem von Kindern in Deutschland im Alter von acht bis neun Jahren (dmft 1,3), von denen 60 Prozent kariesfrei sind. Zusammenfassend zeigt die Erhebung, dass Karies bei den untersuchten Kindern in Jahaly früher auftritt, stärker ausgeprägt ist und vielfach unbehandelt bleibt. Diese Daten können die Grundlage für gezielte präventive Programme, frühzeitige Aufklärung und therapeutische Maßnahmen bilden, um die zahnmedizinische Versorgung der Kinder zu verbessern.
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