ZAHNMEDIZIN | 47 FORTBILDUNG ZUR LEITLINIE „ZAHNMEDIZINISCHE BETREUUNG GERIATRISCHER PATIENTEN“ Was bei alten Patienten zusätzlich zu berücksichtigen ist Liebe Kolleginnen und Kollegen, in Deutschland leben aktuell rund sechs Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren und darüber. Die Gruppe der Hochbetagten wächst durch die steigende Lebenserwartung kontinuierlich an und wird sich bis 2050 voraussichtlich bis auf etwa 8,5 bis 10 Millionen Menschen vergrößern. Diese Altersgruppe ist einerseits von teils erstaunlich robuster Vitalität, andererseits allein aufgrund der zahlenmäßigen Zunahme der Grundgesamtheit von zunehmender Pflegebedürftigkeit geprägt. Die mit Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit einhergehenden Probleme wie beispielsweise die eingeschränkte Mundhygienefähigkeit sind eine Herausforderung für die zahnmedizinische Versorgung, die in vielerlei Hinsicht eine eigene, modifizierte Herangehensweise erfordert. Vor diesem Hintergrund ist eine zusammenfassende Darstellung der Grundlagen von Diagnostik und Therapie und den daraus folgenden Handlungsempfehlungen für geriatrische Patienten von erheblicher Relevanz für den Praxisalltag. Die Leitlinie „Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patienten“ berücksichtigt dabei auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den psychosozialen und allgemeinmedizinischen Grundlagen der zahnärztlichen Diagnostik und Therapie alter Menschen. Zahlreiche Maßnahmen unterscheiden sich in vielen Bereichen grundlegend von den üblichen, für gesunde Erwachsene geltenden Optionen. Sie berücksichtigt zudem Hinweise für die Praxisorganisation der zahnmedizinischen Betreuung von Seniorinnen und Senioren. Damit ist es den Autoren und Autoren gelungen, einen Standard zu definieren, auf den sowohl heute als auch in Zukunft tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte zurückgreifen können. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche und inspirierende Lektüre der Beiträge in unserem neuen Fortbildungsteil. Ihr Elmar Hellwig zm116 Nr. 10, 16.05.2026, (809) AB SEITE 48 Teil 1: Diagnostik bei alten Patienten Bei der zahnmedizinischen Betreuung geriatrischer Patienten ist es häufig notwendig, gleichzeitig medizinische und zahnmedizinische Risiken zu beachten. Prinzipiell sind zahnärztliche Diagnostikmethoden genauso anzuwenden wie bei gesunden Erwachsenen – in der Praxis können sich jedoch vielfältige Herausforderungen ergeben. AutorInnen: Prof. Dr. Julia Jockusch (Brandenburg), Dr. Elmar Ludwig (Ulm), Prof. Dr. Ina Nitschke (Leipzig), Prof. (apl) Dr. Cornelia Frese (Heidelberg) AB SEITE 54 Teil 2: Therapie bei alten Patienten Grundsätzlich sind alle zahnärztlichen Therapieoptionen bei geriatrischen Patienten genauso anzuwenden wie bei gesunden Erwachsenen. Dennoch bestehen eine Fülle von Besonderheiten – angefangen mit den Indikationen über die Patientenaufklärung und Therapiedurchführung bis hin zu Besonderheiten in der vertragszahnärztlichen Versorgung. AutorInnen: Prof. (apl) Dr. Cornelia Frese (Heidelberg), Prof. Dr. Julia Jockusch (Brandenburg), Dr. Elmar Ludwig (Ulm), Prof. Dr. Ina Nitschke (Leipzig) AB SEITE 62 Teil 3: Betreuungsrecht und Ethik In der Betreuung älterer Patienten entstehen oft ethische Dilemmata, die abgewogen werden müssen. Hier bietet die Anwendung der Prinzipienethik die Möglichkeit, ethische Konflikte zu reduzieren. Der Beitrag zeigt, wie auf ethischer und rechtlicher Grundlage eine qualitativ hochwertige, gerechte und respektvolle Versorgung sichergestellt werden kann. AutorInnen: Prof. Dr. Ina Nitschke (Leipzig), Prof. (apl) Dr. Cornelia Frese (Heidelberg), Dr. Elmar Ludwig (Ulm), Prof. Dr. Julia Jockusch (Brandenburg) Foto: privat
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