Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 11

82 | zmSTARTER zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (940) INTERVIEW MIT KONSTANTIN SCHRADER „Famulanten sind die Praxisnachfolger von morgen!“ Die neue Approbationsordnung (ZApprO) verpflichtet alle Zahnis zu einer vierwöchigen Praxisfamulatur. Die Plattform „Famupool.de“ will Studierende und Praxen zusammenbringen. Warum das auch gestandene Praxischefinnen und -chefs wissen sollten, weiß Geschäftsführer Konstantin Schrader, der auch Pressesprecher des bdzm ist. Herr Schrader, mit welchen Herausforderungen oder Mängeln sind Famulanten aktuell noch konfrontiert? Konstantin Schrader: Die Bedingungen für die Pflichtfamulatur werden bundesweit noch sehr heterogen umgesetzt. Es gibt viel Verbesserungspotenzial bei der Vermittlung von Famulaturen. Studierende sind darauf angewiesen, dass ihre Wunschpraxis einen Vertrag mit ihrer Universität hat, doch vielen Praxisinhabern sind die Pflicht zur Famulatur und die Anmeldungsprozedur als Famulatur-Praxis noch gänzlich unbekannt. Die Lehrstandorte sind selten überregional vernetzt und der bürokratische Aufwand, dies zu ändern, wächst mit jedem Semester. Das Schlimmste ist: Ländliche Regionen werden momentan noch nicht adäquat abgebildet. Auch fehlen der Zielgruppe oft Informationen über Förderungsmöglichkeiten durch Stipendien von Körperschaften, Kommunen und sozialen Einrichtungen. Durch die Veröffentlichung von Famulaturberichten wollen wir hier Transparenz und Klarheit schaffen. Was sind die Ziele bei der Ausgestaltung der Plattform und welche Verbesserungen sollen kommen? Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen und den Ablauf unter den Studierenden bekannter zu machen. Wir reduzieren dadurch den Verwaltungsaufwand für Universitäten, Praxen und Famulanten. Der Famupool kann auch von Nutzen sein, die ländliche Versorgung und die Nachfolgeplanung in strukturschwächeren Regionen zu fördern. Wir wollen aber auch die Möglichkeit schaffen, sich seine Famulatur nach fachlichen und persönlichen Präferenzen auszuwählen und dabei den jeweiligen universitätsspezifischen Rahmen einzuhalten. Zudem positionieren wir uns ganz klar: Wir wollen Freiberuflichkeit und Selbstständigkeit stärken, indem wir „Lust auf Praxis“ machen. Wer unterstützt Sie beim Ausbau des Netzwerks? Wir agieren aus der Mitte der Studierendenschaft heraus. Neben dem bdzm wird das Projekt maßgeblich durch ehrenamtliches Engagement getragen. Wir sind dankbar, dass die Fachschaften sich bereits frühzeitig mit dem Thema beschäftigt haben und ständig in engem Austausch mit uns stehen. Auch in Zukunft rechnen wir mit dieser Unterstützung, um vor allem die Förderrahmen für studentische Famulaturen transparent und bundesweit zu kommunizieren. Ebenso schätzen wir die enge Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK). Der persönliche Austausch mit dem Präsidenten Prof. Dr. Bernd Wöstmann und seiner Vorgängerin Prof. Diana Dr. Wolff war maßgeblich, um die akademische Perspektive mit im Boot zu haben. Da die Zahntechnik fundamentaler Bestandteil unserer Berufsausübung ist, wollen wir das handwerkliche Ver- „Es geht darum, mit wenigen Klicks Famulanten und Praxen zusammenzubringen!" Konstantin Schrader ist Pressesprecher des bdzm und Geschäftsführer von famupool. Verwurzelt ist er in der zahnmedizinischen Fakultät der Universität Bonn. Foto: bdzm SO FUNKTIONIERT FAMUPOOL Nach der Registrierung können Famulanten nach Praxen suchen und sich bewerben. Sie können auch Praxen empfehlen, in denen sie famuliert haben oder die ihnen empfohlen wurden. Die Website ist nicht statisch aufgebaut, sondern ein interaktives Portal, das auf studentische Initiative setzt. „Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen und den Ablauf unter den Studierenden bekannter zu machen.“

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