84 | zmSTARTER zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (942) PRÄVENTIONS-WORKSHOP IN OSTAFRIKA Wie ich mein eigenes Hilfsprojekt in Tansania ins Leben rief Sabrina Reitz Ein Innenhof voller neugieriger Kinder, ein Tisch mit Zahnbürsten und ein großes Zahnmodell – und die spannende Frage, was nun passieren würde. In einem Waisenhaus in Tansania konnte ich mein erstes eigenes Mundgesundheitsprojekt umsetzen. Mein Ziel: Jedes Kind sollte Zugang zu Mundhygieneartikeln erhalten. Als ich das Waisenhaus in Arusha im ostafrikanischen Tansania betrat, beobachteten viele Kinder neugierig, was nun passieren würde. Ich legte Zahnbürsten, Zahnpasta und ein großes Zahnmodell auf den Tisch – für viele der Kinder kein alltäglicher Anblick. Einige kamen näher, andere blieben erstmal in der zweiten Reihe. Schon bei dieser ersten Begegnung wurde klar, wie groß der Bedarf an Aufklärung ist. Viele der Kinder hatten zuvor nur eingeschränkten Zugang zu Zahnpflegeprodukten. Einige berichteten, dass sie keine eigene Zahnbürste besitzen oder sich eine mit mehreren anderen teilen müssen. Entsprechend war auch der Zustand ihrer Zähne: Sichtbare Zahnbeläge waren häufig, teilweise fanden sich bereits initiale kariöse Veränderungen sowie ausgeprägte Fluorosen. Ich bin Zahnärztin mit Schwerpunkt Kinderzahnmedizin, Prävention und der Behandlung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Mit 16 Jahren begann ich meine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Es folgten das Zahnmedizinstudium und die Approbation. Heute, mit 36 Jahren, gründe ich – genau 20 Jahre nach meinen ersten Schritten in der Zahnmedizin – meine eigene Praxis in Mainz. Die Zahnmedizin begleitet mich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft und prägt nahezu alle Bereiche meines Lebens. Deshalb war für mich sofort klar: Wenn ich verreise, dann nur mit einem Koffer voller Mundhygieneartikel. Aus der Idee wird ein Projekt Gerade in der Arbeit mit Kindern zeigt sich immer wieder, wie entscheidend frühe Aufklärung und einfache präventive Maßnahmen für die langfristige Zahngesundheit sind. Während in Deutschland strukturierte Präventionsprogramme existieren und Zahnbürsten sowie Zahnpasta selbstverständlich verfügbar sind, fehlt es in vielen Regionen der Welt an grundlegenden Möglichkeiten der Mundhygiene. Schon lange wollte ich nach Afrika reisen und dort aktiv Unterstützung leisten. Deshalb wandte ich mich an den Viele Kinder haben durch das Projekt erstmals einen Zugang zu Zahnbürsten, Zahnpasta und Aufklärung erhalten. Dr. Sabrina Reitz Zahnärztin mit Schwerpunkt auf Kinderzahnmedizin, Prävention und inklusiver Versorgung; Landeskoordinatorin im Special-Smiles-Programm der Special Olympics Rheinland-Pfalz Foto: Emá Tanée
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