zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (964) 10 | LESERFORUM dass eine sichere Therapie auf zwei Grundprinzipien beruht [Costa et al., 2019]: n der Beseitigung der odontogenen Entzündungsursache und n der Sicherstellung der mukoziliären Clearance der Kieferhöhle Grundsätzlich kann zwar eine polypöse Schleimhautschwellung als morphologisches Korrelat einer Kieferhöhlenverschattung nach Beseitigung der odontogenen Entzündungsursache, zum Beispiel durch Wurzelkanalbehandlung oder Extraktion des schuldigen Zahnes, ausheilen. Dies setzt jedoch eine funktionierende mukoziliäre Clearance bei suffizient offenem Ostium zum mittleren Nasengang voraus. Craig et al. berichteten bei elf Patienten mit einer apikalen Parodontitis über eine Erfolgsrate der rein zahnärztlichen Therapie ohne Sicherstellung der physiologischen Drainage zum mittleren Nasengang von 36,4 Prozent [Craig et al., 2019]. In Anbetracht dieser unzureichenden Heilungsrate wird in der Mehrzahl der aktuellen Studien daher die Sanierung der odontogenen Ursache mit der Sicherstellung der physiologischen Drainage durch eine funktionell-endoskopische SinusChirurgie (FESS) mit Drainage zum mittleren Nasengang bevorzugt. Diese erfolgt entweder als feste Kombination von FESS und odontogener Ursachensanierung oder die FESS erfolgt neben der Ursachensanierung in Abhängigkeit von der Morphologie der ostiomeatalen Einheit. Die Einschätzung, ob das Infundibulum zur Sicherstellung einer regelrechten physiologischen Drainage der Kieferhöhle zum mittleren Nasengang verengt oder ausreichend weit ist, erfordert eine Computertomografie oder eine DVT mit Abbildung des mittleren Nasengangs und der ostiomeatalen Einheit. Eine solche Bildgebung ist für die Beurteilung einer OP-Indikation und die sichere Durchführung einer endoskopisch assistierten Kieferhöhlenoperation erforderlich (S2k-Leitlinie Odontogene Sinusitis maxillaris [DGMKG, 2026]). Im Zweifelsfall kann die Indikation zur FESS in Anbetracht ihres minimalinvasiven Charakters großzügig gestellt werden, sie ist in der HNO-ärztlichen Therapie der chronischen Rhinosinusitis das seit vielen Jahren bewährte Standardverfahren. Für die odontogene Sinusitis maxillaris wurde die Weite des Infundibulums beziehungsweise ostiomeatalen Komplexes und damit die Sicherstellung der mukuziliären Clearance als ein signifikanter Faktor für die Rückbildung der odontogenen Sinusitis maxillaris von Tomomatsu et al. nachgewiesen [Tomomatsu et al., 2014]. Darüber hinaus ist auch eine Kompromittierung der nasalen Ventilation durch Septumdeviationen, Septumsporne, Bodenleisten oder eine Muschelhyperplasie ins Therapiekonzept einzubeziehen, worauf bereits Pape 1986 hingewiesen hat [Pape, 1986]. Nur wenn eine Engstelle im Infundibulum sicher ausgeschlossen werden kann, kommt eine temporäre Drainage der Kieferhöhle über den unteren Nasengang in Betracht. Ein permanentes Fenster zum unteren Nasengang stört den mukoziliären Transport der Schleimhaut, der dauerhaft über die mediale Kieferhöhlenwand zum physiologischen Ostium gerichtet bleibt [Stammberger, 1986] und ist daher obsolet. Aus den möglichen Szenarien ergibt sich somit der in Abbildung 1 dargestellte Therapiealgorithmus. Die dauerhafte Sicherstellung einer physiologischen Kieferhöhlendrainage sollte somit in einem modernen Therapiekonzept der odontogenen Sinusitis maxillaris Berücksichtigung finden. Sie ist der Schlüssel zur Wiederherstellung regelrechter physiologischer Drainageverhältnisse der Kieferhöhle und einer sicheren Ausheilung bei minimaler Patientenbelastung (Abbildung 2). Hierzu ist die Einbeziehung moderner endoskopisch assistierter OP-Verfahren alternativlos. Das zweite oben genannte Grundprinzip der Behandlung einer odontogenen Sinusitis maxillaris betrifft, wie von den Autoren in ihrer Behandlung praktiziert, die Sanierung der odontogenen Entzündungsursache. Hier ist allerdings nur bei bestimmten Indikationen, zum Beispiel Fremdkörpern (Wurzelrest, Wurzelkanalfüllmaterial, Augmentationsmaterial, Implantat, Therapiealgorithmus der odontogenen Sinusitis maxillaris Ohne Indikation für osteoplastischen Zugang Odontogene Sinusitis maxillaris Mit Indikation für osteoplastischen Zugang Odontogene Ursache Kieferhöhle Infundibulum regelrecht: Ursachensanierung, Drainage über unteren Nasengang oder FESS Infundibulum verlegt: Ursachensanierung, FESS Infundibulum regelrecht: Ursachensanierung, Drainage über unteren Nasengang oder FESS Infundibulum verlegt: Ursachensanierung, FESS Abb. 1
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