Genuss in Lack und Nappaleder Vorschau Merel Kooning lebt einen SocialMedia-tauglichen Traum: Luxus-Hotels, Luxus-Restaurants, dazu eine „sehr gut gehende“ Luxus-Praxis mit 25 Beschäftigten – und als Kirsche auf dem Kuchen: ein Luxus-Auto. Und damit es die Kolleginnen und Kollegen aus der niederländischen Zahnärzteschaft der 47-Jährigen gleichtun können, hat sie ein Ratgeber-Buch geschrieben. Es heißt „Mama rijdt een Bentley“ (zu deutsch: „Mama fährt einen Bentley“). Sub-Überschrift: „Für Frauen, die alles wollen und sich von nichts aufhalten lassen.“ Sie merken, es geht um die neoliberale Legende von der toughen Overperformerin, die zu Recht das ganze Geschnetz wegbeißt. Auf 256 Seiten walzt sie also aus, wie man „das Leben in vollen Zügen genießt“. „Ohne Kompromisse“ – schon klar. Klappentext: „Lassen Sie sich nichts anderes einreden: Es ist wirklich möglich, eine Top-Karriere aufzubauen, eine engagierte Mutter und eine aufregende Partnerin zu sein!“ Toller Dreiklang. Das 2020 erschienene Werk sei aus dem Impuls heraus entstanden, „ein neues Kapitel in ihrem Berufs- und Privatleben“ aufzuschlagen, heißt es in Medienberichten. Ob das echte Bescheidenheit oder Koketterie ist? Entscheiden Sie selbst. Für einen Bericht in der Tageszeitung De Telegraaf bemüht die Selfmade-Unternehmerin (Zahnärztin, Autorin und Künstlerin) ein eher schlichtes Narrativ. Am Anfang habe sie so gut wie nichts gehabt, dann für ihren Traum quasi rund um die Uhr gearbeitet und schwups: einen Jahresumsatz von 2 Millionen Euro. Bohren tut sie übrigens nur noch an zwei Vormittagen pro Woche. Dabei sei Geld für sie übrigens nie die treibende Motivation gewesen. Den finanziellen Erfolg bezeichnet sie vielmehr als „Nebeneffekt ihrer Lebensweise”. Klingt alles sehr Silicon Valley und Selfhelp-mäßig. Denn trotzdem sei sie natürlich irre stolz gewesen, als es für das Statussymbol aus Blech, Edelholz und Nappaleder reichte. „Brauche ich ihn, um glücklich zu sein? Ganz sicher nicht!“, gibt Kooning noch zu Protokoll. Glücklich mache sie ihre tolle Familie – das heißt, ihr Mann und ihre drei Kinder – und „die lieben Menschen um mich herum.“ mg THEMEN IM NÄCHSTEN HEFT – zm 13-14 ERSCHEINT AM 16. JULI 2026 ZAHNMEDIZIN FBT IOS - Teil 2 Einsatz des Intraoralscanners in der Implantatplanung PRAXIS Von Kandinsky bis Wimmelbild Wir zeigen, welche Kunstwerke in Ihrer Praxis hängen Fotos: Instagram – merel_kooning; Charité, Berlin; Anne-Kathrin Damrath zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1052) 98 | ZU GUTER LETZT
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=