18 | POLITIK KZBV-VERTRETERVERSAMMLUNG IN KÖLN GKV-Reform darf die vertragszahnärztliche Versorgung nicht gefährden! Die Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) am 10. und 11. Juni in Köln hat den Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes scharf kritisiert. In einer einstimmig beschlossenen Resolution sowie in mehreren Beschlüssen pochten die Delegierten auf Änderungen am Gesetzentwurf. Bereits in seiner Rede zum Auftakt der Veranstaltung hatte der KZBVVorstandsvorsitzende Martin Hendges klargestellt, dass die mit dem Gesetz geplanten Maßnahmen auf eine erneute, verschärfte Budgetierung hinauslaufen und damit nachhaltig alle Bemühungen der KZBV und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen konterkarieren, das aktuelle Versorgungsniveau in Deutschland auch in Zukunft zu erhalten. „Es ist unerträglich, dass die Folgen des Finanzstabilisierungsgesetzes weder bei der FinanzKommission Gesundheit noch beim Gesetzgeber Berücksichtigung fanden, führt man sich allein die Auswirkungen im Bereich der neuen Parodontitisstrecke vor Augen“, machte Hendges klar. Spätestens hier werde deutlich, dass es anscheinend nicht darum geht, Volkskrankheiten angemessen zu bekämpfen, sondern ziellos zu sparen. Massive Kritik am geplanten Fachzahnarztvorbehalt Mit großem Unverständnis reagierte er auf den geplanten Fachzahnarztvorbehalt im Bereich Kieferorthopädie. Im Gesetzentwurf heißt es: „Derzeit sind alle approbierten Zahnärzte berechtigt, kieferorthopädische Leistungen anzubieten, auch ohne spezielle Facharztweiterbildung in der Kieferorthopädie. Damit werden zusätzliche Kosten durch potenziell vermehrt nicht sach- und bedarfsgerecht erbrachte Behandlungen verursacht.“ Hendges hinterfragte mit Nachdruck, „auf welcher Datenbasis eine solch gravierende Anschuldigung gegenüber approbierten Zahnärztinnen und Zahnärzten erfolgt“ sei. Man sei mit Regelungen eines Gesetzentwurfs konfrontiert, die weder die Versorgung verbessern noch aus denen sich irgendwelche Einsparungen per Die Vertreterversammlung forderte Korrekturen am GKV-Sparpaket. zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1068) KZBV-Chef Martin Hendges zum geplanten GKV-Sparpaket: „Was soll man noch an validen Daten und Fakten liefern, damit die Politik erkennt, dass es nicht nur um die notwendige Bekämpfung der Volkskrankheit Parodontitis geht, sondern auch um das Verhindern von hohen Folgekosten im Gesundheitssystem.“
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