46 | ZAHNMEDIZIN FORTBILDUNG INTRAORALSCANNER IOS in der Implantatplanung Tabea Flügge, Susanne Nahles, Florian Kernen Die Nutzung von Intraoralscans (IOS) ist aus der modernen zahnärztlichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Besonders in der Implantatplanung bieten sie neue Möglichkeiten für präzise, digital gestützte Workflows. Wir beleuchten den gezielten Einsatz von IOS und geben einen Überblick über Anforderungen, Schnittstellen und klinische Arbeitsabläufe. Die Implantatplanung setzt sich aus drei Säulen zusammen, die aufeinander aufbauen. Die erste Säule besteht aus der Erhebung der digitalen Bilddaten, der sogenannten Datenakquisition. Zur volumetrischen Erfassung anatomischer Strukturen kommen tomografische Verfahren zum Einsatz. Dazu zählen die heute nur noch selten verwendete Computertomografie (CT), die häufig eingesetzte Digitale Volumentomografie (DVT) sowie die in der Zahnmedizin vergleichsweise neue Magnetresonanztomografie (MRT). Die Zahnoberflächen werden mit Intraoralscans erfasst. In seltenen Fällen werden zudem Extraoralscanner eingesetzt, die dreidimensionale Oberflächeninformationen des Gesichts erfassen und beispielsweise die maximale Lachlinie, die Lippenfülle und den Lippenschluss in die Analyse integrieren können. Die zweite Säule beschreibt das Computer-Aided Design (CAD). In diesem Schritt werden volumetrische Bilddaten mit den Oberflächendaten in einem Koordinatensystem gematcht. Dies ist die Voraussetzung für die Anfertigung von Schablonen beziehungsweise weiteren Hilfsteilen und Implantaten für die Therapieumsetzung. Dabei werden Implantate unter Berücksichtigung der knöchernen Anatomie, der umgebenden vitalen Strukturen und der prothetischen Planung ausgewählt und positioniert. Dem Intraoralscan kommt hier die besondere Bedeutung zu, dass die Zahnoberflächen dargestellt werden, die in der DVT aufgrund von Artefakten häufig nicht ausreichend erkennbar sind. Auf dieser Basis kann in der Implantatplanungssoftware oder in einer daran angeschlossenen Designsoftware die Zahnaufstellung erfolgen und als Grundlage für die Implantatposition dienen. Das Design umfasst neben der Zahnaufstellung und der Implantatpositionierung auch die daraus resultierende Bohrschablone. Diese wird auf der Zahn- beziehungsweise Schleimhautoberfläche abgestützt, deren Informationen ebenfalls aus dem Intraoralscan stammen. Gegebenenfalls werden Abstützungen auf dem Knochen ergänzt, dessen Oberflächeninformation Foto: Jayk-stock.adobe.com (generiert mit KI) zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1096)
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