zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1108) 58 | ZAHNMEDIZIN einer langen Lebensdauer der Versorgungen profitieren. Analog und digital in Koexistenz Obwohl wir die plastische Abformung eigentlich reduzieren wollten, haben wir den intraoralen Scanner aktuell in nur einem Teilbereich unserer Praxis integriert, wie zum Beispiel für den Scan von oberen und unteren Zahnreihen, um diese Daten zur Herstellung von Aufbissschienen an ein externes Labor zu versenden. Bei Kronen- und Brückenversorgungen machen wir aktuell oft noch analoge Abformungen, vor allem wenn wir stark vorgeschädigte Zähne vorfinden. Hier stoßen Scanner teilweise an ihre Grenzen, insbesondere bei stärkerer gingivaler Blutung, da die Präparationsgrenzen dann nicht zuverlässig erfasst werden können. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, dies zu umgehen. So könnte man etwa zunächst eine Vorpräparation durchführen, ein Langzeitprovisorium einsetzen und erst nach Abheilung der Gingiva einen Scan erstellen. Das ist sicherlich sinnvoll, kostet aber Zeit und wird für den Patienten teurer. Deshalb greifen wir in solchen Fällen weiterhin häufig auf eine plastische Abformung zurück und erstellen anschließend ein Sägemodell, das in einen Mittelwertartikulator einartikuliert wird. So lassen sich die Präparationsgrenzen durch das verdrängende Abformmaterial oft besser darstellen und im Gips eindeutig erkennen. Dann scannen wir die Modelle mit dem Intraoralscanner ein. So funktioniert bei uns die Datenspeicherung Ein weiteres wichtiges Thema ist für uns der Datenschutz – sowohl was die Patientendaten betrifft als auch im Hinblick auf den Schutz unserer digitalen Infrastruktur. Speziell für den digitalen Workflow rund um den Intraoralscanner und die angeschlossenen Geräte haben wir ein vom Praxisserver getrenntes System aus zwei separaten Rechnern eingerichtet, das nur punktuell bei Bedarf mit dem Praxissystem verbunden wird – beispielsweise wenn Daten ausgetauscht werden müssen. Ein Computer befindet sich direkt auf dem Scanner-Kart und wird für die Nutzung des Scanners verwendet. Ein zweiter Computer – ein Laptop – steht für die Konstruktion und die Herstellung zahntechnischer Arbeiten zur Verfügung. Auf diesem Laptop ist auch der Server für den Scanner installiert sowie die IOS-Serversoftware byzz (Orangedental, Biberach, Deutschland), auf der die Scandaten gespeichert und weiterverarbeitet werden. Von beiden Rechnern werden täglich Sicherheitskopien gezogen und einmal wöchentlich werden die Daten auf externe Festplatten gesichert, die außerhalb der Praxis aufbewahrt werden. Wenn wir eine zahntechnische Arbeit herstellen wollen, können wir vom Kart aus auf unser PVS-Abrechnungsprogramm zugreifen und die Patientendaten wie Name und ID in die IOSServersoftware übertragen, die wir für die Konstruktion benötigen. Ein großer Vorteil in diesem System ist, dass man Abb. 6: Modell aus dem 3D-Drucker anhand der intraoralen Scandaten, Überprüfung der Approximalkontaktpunkte 33/34 und 37/38 und der Okklusion anhand der angefertigten Modelle Abb. 7: Anprobe der Brücke: sehr gute Randpassung und Okklusion, Kronenrand 38 labial zu kurz. Die Farbauswahl (A3) wurde vom Patienten selbst getroffen. Eine farbliche Anpassung an die UK-Front wurde abgelehnt. Fotos: Boris Jablonski
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