zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1444) 10 | POLITIK ZAHNÄRZTETAG MECKLENBURG-VORPOMMERN Drese wirbt für die Landzahnarztquote Die Landzahnarztquote bekannter zu machen – dafür warb Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) auf dem 34. Zahnärztetag Mecklenburg-Vorpommern am 4. September in Warnemünde. Zugleich sprach sie sich für einen echten Dialog und kreative Ansätze aus. Wie lässt sich eine qualitativ hochwertige Versorgung dauerhaft sichern?“, fragte Drese in ihrem Grußwort. Diese Herausforderung für die Zahnmedizin zeichne sich in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt durch Versorgungslücken oder angespannte Versorgungslagen ab. Die Politik nehme diese Entwicklung sehr ernst, sagte sie und nannte beispielhaft die Einführung der Landzahnarztquote, deren Umsetzung inklusive Auswahlverfahren in diesem Jahr in kurzer Zeit auf den Weg gebracht worden sei. Sie warb dafür, die Landzahnarztquote durch Begegnungen und den Austausch mit potenziellen Interessenten vor Ort in den Praxen bekannter zu machen. Man werde nicht umhinkommen, gemeinsam kreative Ansätze zu finden und neue Ideen und Projekte auszuprobieren. „Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen, einander zuhören und gemeinsam Verantwortung für eine gute Versorgung übernehmen“, betonte die Ministerin. Abschließend dankte sie den Zahnärzten und ihren Mitarbeitern für ihr großes Engagement. Auch Stefanie Tiede, Präsidentin der Zahnärztekammer, rief dazu auf, das Gespräch zu suchen. Sie beschwor zudem den Zusammenhalt der Zahnärzteschaft und warb für Toleranz. „Die Anforderungen an unseren Berufsstand werden größer. Umso entscheidender ist es, dass wir miteinander im Gespräch bleiben. Dass wir unterschiedliche Sichtweisen zulassen. Und dass wir bei allem, was uns vielleicht auch einmal trennt, nicht vergessen, was uns verbindet”, sagte Tiede. Vizepräsident Dr. Wolf Henrik Fröhlich warnte in seiner Rede vor den Folgen des Ende Juli in Kraft getretenen GKVBeitragssatzstabilisierungsgesetzes. Das Gesetz bringe spürbare Änderungen für die zahnärztliche Versorgung und insbesondere für die Kieferorthopädie mit sich. „Auch die weiteren Regelungen führen zu zusätzlichen Belastungen in unseren Praxen und bergen die Gefahr, die Bereitschaft zur Niederlassung weiter zu schwächen“, kritisierte Fröhlich. „Das können und sollten Sie so – im Sinne unserer Patienten – keinesfalls akzeptieren.“ Zahnärzte, Apotheker und Ärzte sind keine Nutznießer Kritik am GKV-Sparpaket übte auch Dr. Ralf Hausweiler, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Die einnahmenorientierte Ausgabenpolitik bezeichnete er als Instrument aus der „verstaubten Schublade der Maßnahmen zur Kostendämpfung“. Er zeigte sich enttäuscht, dass der Vorbildcharakter der präventionsorientierten Zahnheilkunde nicht gewirkt habe, obwohl sich die Präventionserfolge mittlerweile im Erwachsenen- und Seniorenalter messbar niederschlagen würden. Die Zahnmedizin trage keine Schuld an der Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Dennoch müsse nun auch sie leiden und werde geschwächt. „Apotheker, Ärzte und Zahnärzte sind Grundpfeiler des Gesundheitssystems und nicht dessen Nutznießer“, stellte Hausweiler klar. ao Foto: Gritt Kockot/KZV M-V Stefanie Tiede, Präsidentin der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, eröffnete den Zahnärztetag per Videobotschaft. Foto: Dr. Grit Czapla
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