Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

EDITORIAL | 3 Wenn ein Abschluss das Papier nicht wert ist … Speicheldrüsentumor denken, dahinter kann sich aber sehr viel verbergen. Auch wenn jetzt der Spätsommer in den Herbst übergeht, erinnern sich die meisten noch an die extrem heißen Tage dieses Sommers. Dass wir damit künftig häufiger zu tun haben werden, ist inzwischen Konsens. Deshalb ist jetzt die richtige Zeit, sich auf den nächsten Sommer vorzubereiten. Welche baulichen Maßnahmen beim Hitzeschutz möglich sind, was Nachrüstungen bringen und worauf man im Alltag achten sollte, schildert der Berliner Architekt Peter Schulze. Außerdem berichten wir in diesem Heft von der wichtigen Arbeit auf der Global Mercy, dem größten zivil betriebenen Hospitalschiff der Welt. Dort operieren Chirurgen schwere Patientenfälle. Wir sprachen mit dem MKG-Chirurgen und Mercy-Ships-Deutschland-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dr. Georg Eggers über seine karitative Arbeit, die oft belastet, aber an deren Ende meist Genesungsgeschichten stehen, die für die Mühen belohnen. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Als die zm-Redaktion im Juli eine Mail erreichte, in der von Missständen bei einer luxemburgischen Universität die Rede war, war unsere Neugier zwar geweckt, aber ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Dimension die Geschichte annehmen würde. Daher ließen wir unsere Expertin für den Bereich Hochschulen das Thema mal anrecherchieren, wie es so schön heißt, um zu schauen, was dahinter steckt. Relativ schnell wurde dann klar, dass es nicht nur um ein kleines dubioses Weiterbildungsinstitut in einem europäischen Nachbarland geht, sondern dass es eine größere Anzahl von deutschen Zahnärztinnen und Zahnärzten gibt, die von dem Skandal betroffen sind. Nach und nach konnten wir immer mehr Details zutage fördern. Durch intensiven Kontakt mit den luxemburgischen Behörden konnten wir die Sachverhalte dann relativ schnell klären und einordnen. Die sogenannte DTMD University bot seit 2017 einen Master an, ohne dafür akkreditiert gewesen zu sein. Die Absolventinnen und Absolventen hatten also viel Geld für einen Abschluss bezahlt, der sich inzwischen als wertlos erwiesen hat. Das wusste die Institutsleitung seit geraumer Zeit, trotzdem bot sie die Weiterbildung und den Abschluss weiterhin an. Versehen war das Ganze mit zahlreichen, auf den ersten Blick beeindruckenden Prüfsiegeln, die allerdings alle nicht viel wert waren. „Geheilt“ werden sollte das Ganze durch fragwürdige Kooperationen mit Universitäten in anderen europäischen Ländern – noch 2025 wurde ein weiteres, rechtlich unabhängiges Institut gegründet. Die eigentliche „University“ ist inzwischen insolvent. Der Skandal hat es zwischenzeitlich in die Publikumspresse geschafft. Ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin hatte parallel zur zm angefangen zu recherchieren. Was mit dem gezahlten Geld und den wertlosen Abschlüssen ist, bleibt offen. Das Ganze wird jetzt sicher eine Weile verschiedene Gerichte beschäftigen. Die vollständige Geschichte können Sie in diesem Heft lesen. Neben dieser aufsehenerregenden Titelstory gehen unsere Experten der Frage nach, wie gut MRT und DVT parodontale Läsionen und die Entzündungslast erkennen? Eine Studie aus Heidelberg hat bei parodontal erkrankten Patienten die MRT-Diagnostik zur Detektion parodontaler Läsionen und den Zusammenhang zwischen den bildgebenden Befunden und den klinischen Parametern der parodontalen Entzündung untersucht. Wir stellen die Ergebnisse vor. Und in unserem Besonderen Fall mit CME zeigen wir, wie sich hinter der klinischen Verdachtsdiagnose eines pleomorphen Adenoms ein extranodales Marginalzonenlymphom verbergen kann. Er verdeutlicht die zentrale Bedeutung einer umfassenden histopathologischen und molekularpathologischen Untersuchung. Denn eine schmerzlose, langsam progrediente Raumforderung des harten Gaumens lässt zunächst an einen benignen Foto: Lopata/axentis

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