Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1476) 42 | TITEL von ihm beauftragten bulgarischen Rechtsanwalt in einem „rechtlich unbestimmten, jedoch nicht negativen Status“. Auch habe die Trakia Universität aktuell noch keine endgültige Ablehnung ausgesprochen – dort laufe eine interne rechtliche Prüfung. „Zuständiger Ansprechpartner“ sei jedoch „Professor Dr. André Reuter, der Gründungsrektor und für die Verwaltung zuständiger Geschäftsführer der DTMD University S.à.r.l.“. Reuter war in dieser E-Mail in CC gesetzt, reagierte aber nicht. Auf Wikipedia wird Reuter noch als „Hochschullehrer“, „Journalist“, „Unternehmer“ und „Gründungsrektor von Hochschulen und Universitäten“ geführt. Auf X bezeichnet er sich selbst als „Präsident der DTMD University“, „Gründungsrektor der eufom und der ISEC University“ und „CEO des European Institute for Knowledge & Value Management (EIKV)“. Wie wir aus seinem persönlichen Umfeld erfuhren, ist Reuter seit mehreren Jahren an Demenz erkrankt und spätestens seit 2021/2022 nicht mehr operativ tätig. Werden in seinem Namen trotzdem noch Geschäfte gemacht? Und jetzt? Am Ende bleiben Fragen: Wer übernimmt die Verantwortung für ein Studium, das bereits bezahlt und teils auch absolviert wurde? Und welchen Status haben die bereits verliehenen Master-Abschlüsse – sowohl die für Kieferorthopädie als auch die für Parodontologie und Implantologie? Wie kann es sein, dass dieses zweifelhafte Geschäftsmodell so lange unbeanstandetblieb? Fakt ist, dass eine Universität seit fast zehn Jahren Masterstudiengänge anbietet, dafür sehr hohe Gebühren verlangt, aber niemals zugelassen war. Die Leidtragenden sind die Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich guten Glaubens dort eingeschrieben haben mit dem Ziel, sich beruflich weiterzuqualifizieren – und nun vor existenziellen Problemen stehen. nl, sth, ck STUDIERENDEN-STATEMENTS „Ich lebe in der Schweiz und führe den Master-Titel auf meinem Praxisschild, auf Visitenkarten und auf meiner Homepage. Solange nicht geklärt ist, welchen rechtlichen Status unser Abschluss hat, frage ich mich, ob ich mich damit schlimmstenfalls sogar selbst strafbar mache.“ „Ich hatte meine berufliche Selbstständigkeit auch auf den Abschluss ‚MSc Kieferorthopädie‘ aufgebaut. Diese Planung liegt jetzt erst einmal auf Eis. Ich kann vorerst nicht noch einmal 30.000 Euro investieren.“ „Es wirkte alles sehr formlos, ich erhielt keine Immatrikulationsbescheinigung, die Ansprechpartner wechselten häufig … So kannte ich das von meinem Spezialisierungsprogramm an einer staatlichen Universität nicht.“ „Was mich besonders trifft: Einige der Professoren, die uns an der DTMD unterrichtet haben, lehren heute im Kieferorthopädie-Programm der UFL in Liechtenstein. Auch inhaltlich gibt es große Überschneidungen. Wir dagegen haben viel Geld bezahlt und stehen bislang ohne den erwarteten Abschluss da.“ „Ich hatte für meinen Masterstudiengang eine Zahlung in vier Raten vereinbart. Auch zu einem Zeitpunkt, als es bereits deutliche Unsicherheiten über die Zukunft des Studiengangs gab, wurden weitere Raten von mir eingefordert.“ „Anfang 2025 sagte mir eine Mitarbeiterin der DTMD, niemand wisse, wie es künftig weitergehen werde. Damals habe ich diese Andeutung noch nicht verstanden.“ „In einem Zoom-Call im Frühjahr 2026 wurde uns angeboten, entweder zur UFL wechseln zu können oder uns zu exmatrikulieren und bereits gezahltes Geld zurückzuerhalten. Ich habe mich für die Rückzahlung entschieden. Bis heute habe ich das Geld nicht erhalten – auch mit anwaltlicher Unterstützung nicht.“ „Meine Abschlussunterlagen sahen anders aus als die von Kommilitonen aus dem Vorjahr. Logos und Bezeichnungen unterschieden sich – auf den Dokumenten standen etwa ‚Diplom‘, ‚Zertifikat‘ oder ‚Urkunde‘. Das hat mich damals irritiert.“ „Nach Beginn meines Masterprogramms erfuhr ich, dass Studierende offenbar sehr unterschiedliche Beträge zahlten. Einige berichteten von individuellen Preisnachlässen oder Stipendien, andere davon, persönlich für das Programm angesprochen worden zu sein. Das erschien mir unseriös.“ Foto: dtmd.eu

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