Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1478) 44 | POLITIK WORLD DENTAL CONGRESS 2026 Die Weltzahnärzteschaft traf sich in Prag Beim Jahreskongress des Weltzahnärzteverbands FDI in Prag stellten die Delegierten aus über 135 Ländern wichtige organisatorische Weichen für die Zukunft. Die europäischen Mitgliedstaaten der FDI berieten, wie man die Bürokratielast in den Praxen senken und die Niederlassungswilligkeit junger Zahnärztinnen und Zahnärzte steigern kann. Wir freuen uns, Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt zum FDI-Weltzahnärztekongress in Prag begrüßen zu dürfen“, sagte Dr. Roman Šmucler, Präsident der tschechischen Zahnärztekammer, zu Beginn des Kongresses vor einer Abordnung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Beim Kongress wolle die tschechische Zahnärzteschaft gemeinsam mit der deutschen als starke europäische Stimme auftreten. Denn, so Šmucler: „Europa steht im Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten und mit China. Wir müssen deshalb wieder schneller, mutiger und wettbewerbsfähiger werden – auch in der Zahnmedizin.“ Proxy – ein neuer Modus für die Stimmabgabe Schon länger hat sich der dafür zuständige FDI-Sonderausschuss – aktuell unter dem Vorsitz von BZÄK-Geschäftsführer Florian Lemor – mit der Frage beschäftigt, wie die Mitgliedsbeiträge innerhalb der FDI transparent und fair weiterentwickelt werden können. In Prag kam es nun zu einer Entscheidung. Zentral ist die Rückkehr zu einer einfachen Berechnungsformel auf Basis der Mitgliederzahl, des nationalen Wohlstandsindikators (GNI) und eines jährlichen Multiplikators. Gestrichen wurden bisher gewährte Rabatte für die zahlenmäßig größten Beitragszahler, während eine neue Beitragsobergrenze von 22 Prozent der gesamten Mitgliedsbeiträge eingeführt wurde. Das Maßnahmenpaket soll die finanzielle Abhängigkeit der FDI von einzelnen, großen Mitgliedsverbänden reduzieren. „Diese neue Regelung wird zunächst keine unmittelbaren Gewinner oder Verlierer erzeugen“, berichtet Lemor. „Jedoch erhält die Generalversammlung nun die Gelegenheit, jährlich über Anhebungen des Mindestbeitrags zu entscheiden. Für die deutsche Zahnärzteschaft wird das zu einer finanziellen Entlastung führen.“ Beim Weltkongress legte die Delegiertenversammlung außerdem einen neuen Modus für die Stimmabgabe fest: Die Länderorganisationen dürfen ihr Votum unter Einhaltung bestimmter Regeln künftig auf andere FDI-Mitgliedstaaten übertragen. Die beauftragten Länderorganisationen stimmen dann als sogenannte Proxys im Sinne der nicht anwesenden Mitglieder ab. Von diesem Proxy-Voting erhofft sich Foto: www.Emiphotostock.com - stock.adobe.com

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