Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 21

zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1684) 58 | ZAHNMEDIZIN in der entsprechenden Software durch eine Zahndatenreihe ersetzt wird. „ Mittellinie, Lachlinie und Okklusionsebene werden überprüft und markiert „ Aufnahme der Gesichtsebenen mittels Okklusionom durch Unterfütterung der Zahnreihe der Basisschablone im Oberkiefer mittels Registrierungssilikon nach Ausrichtung des Okklusionoms anhand der Camperebene 7. Digitalisierung „ Allseitiger Scan der Basisschablonen einzeln und in Okklusion „ Ergänzende Aufnahme des Ebenenregistrats 8. Übergang zu Workflow 1 Bei stabilen Basen und einer validierten Relation entspricht die Situation funktionell einer „simulierten Prothese“: „ Datentransfer „ Konstruktion „ Try-in (optional) „ Finalisierung Wissenschaftliche Einordnung Protokolle, die vorhandene Prothesen digitalisieren und die Okklusion intraoral registrieren, werden als praktikabler Zugang zur digitalen Totalprothetik und zur Copy-Denture-Technik beschrieben [Feng et al., 2025; Yu et al., 2025; Alehaideb et al., 2026]. Gleichzeitig berichten systematische Übersichtsarbeiten, dass die Genauigkeit bei vollständig zahnlosen Kiefern stark von der Scanstrategie, den Referenzstrukturen und der Weichgewebsdynamik abhängt, insbesondere in peripheren Bereichen mit beweglicher Mukosa [Wang et al., 2024; Srivastava et al., 2023]. Standardisierte Scanpfade, kurze Registriersegmente und unmittelbare Plausibilitätschecks sind daher im mobilen Setting essenziell. Für Erstanfertigungen bleibt die Kombination aus digitaler Vorstufe und konventioneller Funktionsabformung derzeit der klinisch robusteste Weg [Nguyen et al., 2025]. Die Möglichkeit der Kombination aus Funktionsabformung mit Bissregistrierung in einer Sitzung ist nicht neu, aber mithilfe der digitalen Konstruktionsmöglichkeiten der Unterlagen wesentlich präziser in der Vorbereitung, was den klinischen Ablauf vereinfacht. Schlussfolgerungen Der entscheidende Mehrwert intraoraler Scanner in der aufsuchenden Totalprothetik liegt nicht nur in der digitalen Prozesskette, sondern in der Logistik am Ort der Versorgung: Die Datengewinnung erfolgt dezentral und wird zu einem kurzen, mobilen Behandlungstermin mit geringen Umgebungsanforderungen. Planung und Fertigung erfolgen zentral im Labor. Ein besonderer praxisrelevanter Vorteil zeigt sich bei vorhandenen Prothesen, die klinisch zwar verbesserungsbedürftig, aber prinzipiell tragbar sind: Durch eine Funktionsabformung mit den vorhandenen Prothesen kann der Sitz des Zahnersatzes kurzfristig so stabilisiert werden, dass belastbare Referenzdaten erhebbar werden – und die Prothese anschließend unmittelbar wieder an den Patienten zurückgegeben werden kann. In vielen Fällen muss der vorhandene Zahnersatz somit zur Modellherstellung, Artikulation und Datenerhebung nicht abgegeben werden – ein Vorgehen, das insbesondere im Fall pflegebedürftiger Patienten oftmals mit zusätzlichem logistischem Aufwand verbunden ist. Diese Prozessreduktion ist mehr als ein Komfortthema: Berichte und Untersuchungen aus Versorgungseinrichtungen zeigen, dass Prothesen in stationären Einrichtungen verloren gehen oder verwechselt werden können. Ein unmittelbares Wiedereinsetzen nach der Datenerhebung – kombiniert mit einem dokumentierten Übergabeprozess – reduziert dieses Risiko und stabilisiert die Versorgungskette [zm, 2024; Endo et al., 2022]. Zusätzlicher Vorteil: Bei digital hergestellten Prothesen gelingt eine Neuanfertigung auch bei späterem Verlust oftmals in kürzester Zeit. In Erstanfertigungs- oder Ersatzsituationen ohne Prothese bleibt ein Hybrid-Workflow mit digital gefertigten Bissschablonen und konventioneller Funktionsabformung weiterhin essenziell [Wang et al., 2024; Srivastava et al., 2023; Nguyen et al., 2025]. Grundlage für den Versorgungserfolg sind ein reflektiertes Vorgehen, eine systematische Überprüfung der Zwischenschritte, kurze Behandlungssitzungen, konsequente Fallback-Strategien (Tryin, konventionelle Abformung) sowie ein sicherer Datenfluss. In diesem Rahmen kann der IOS die aufsuchende totalprothetische Versorgung standardisierter, reproduzierbarer und organisatorisch robuster machen. „ FAZIT FÜR DIE PRAXIS „ Der IOS ermöglicht im mobilen Setting eine standardisierte digitale Datengewinnung und deren schnellen, sicheren Transfer. „ Mit Prothese lässt sich ein effizienter Referenz-Workflow etablieren; die Indikation für ein Try-in sollte anhand definierter Kriterien gestellt werden. „ Ohne Prothese ist ein Hybridansatz (Vorscan, digital gefertigte Basen/ Bissschablonen, Funktionsabformung, Digitalisierung) derzeit der klinisch robusteste Weg. „ Qualitätsansprüche, kurze Registriersegmente und unmittelbare Plausibilitätschecks sind besonders bei Scans zahnloser Kiefer entscheidend. ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.

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