Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

20 | ZAHNMEDIZIN NEUE S3-LEITLINIE ZUR STILLDAUER UND INTERVENTIONEN ZUR STILLFÖRDERUNG Das sind die Folgen des Stillens auf die Mund- und Zahngesundheit Insgesamt 26 wissenschaftliche Fachgesellschaften und Berufsgruppen haben sich an der Erarbeitung von zwei neuen Empfehlungen zur Stilldauer beteiligt. Die neue S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung” enthält zudem auch differenzierte Einschätzungen zu den Auswirkungen des Stillens auf die Mund- und Zahngesundheit – unter anderem in Bezug auf Mundatmung, ECC und Okklusion. Die neue S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) veröffentlicht. Insgesamt wurden 30 gesundheitsrelevante Endpunkte bei Mutter und Kind analysiert, darunter kindliche Infektionsund Stoffwechselerkrankungen sowie Aspekte der mütterlichen Gesundheit. Ein großer Teil der Leitlinie thematisiert auch die Mund- und Zahngesundheit. Die 26 beteiligten wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsgruppen haben zwei neue Empfehlungen zur Stilldauer verabschiedet. Erstens wird in der Leitlinie empfohlen, reifgeborene Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Zweitens wird darüber hinaus eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten empfohlen. Zwei neue Empfehlungen zur Stilldauer Die Empfehlung zum Vollstillen über sechs Monate erhielt den Empfehlungsgrad B. Die Empfehlung zu einer Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten wurde mit dem Empfehlungsgrad A verabschiedet. Ausschließliches Stillen bedeutet, dass das Kind ausschließlich mit Muttermilch ernährt wird. Beim überwiegenden Stillen werden zusätzlich Wasser oder Tee gegeben. Beide Formen werden als Vollstillen zusammengefasst. Beim Teilstillen wird zusätzlich Säuglingsanfangsnahrung oder Beikost gegeben. In der Leitlinie wird empfohlen, reifgeborene Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Darüber hinaus wird eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten empfohlen. Foto: uv_group-stock.adobe.com zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (494)

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