POLITIK | 53 Im Bereitschaftsdienst sehen aktive Ärztinnen und Ärzte den Fall mitsamt SmED-Einschätzung in einer Anfrageliste und entscheiden über die weitere Behandlung. Sie haben auch die Möglichkeit, ein E-Rezept oder eine elektronische Krankschreibung auszustellen. Die Telekonsultation soll innerhalb von 30 Minuten nach der Ersteinschätzung erfolgen, um Mehrfachanrufe bei der 116117 sowie das Ausweichen auf die Notrufnummer 112 zu verhindern. Aktuell beträgt die durchschnittliche Wartezeit laut KVN 10,6 Minuten. zm116 Nr. 08, 16.04.2026, (623) TELEMEDIZINISCHE PROJEKTE ANDERER KVEN Die KV Thüringen hat gemeinsam mit verschiedenen Krankenkassen, darunter AOK Plus und TK, das digitale Versorgungsangebot „TeleArzt“ ins Leben gerufen. Es richtet sich an Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Speziell qualifizierte medizinische Fachangestellte kommen zu ihnen nach Hause und nehmen notwendige Untersuchungen wie Blutdruckmessung, EKG oder Blutzuckerbestimmung vor. Sie dürfen auch den Zustand chronischer Wunden überprüfen. Im Vorfeld wurden von ärztlicher Seite die diagnostischen und anamnestischen Voraussetzungen für eine Teilnahme am TeleArzt geprüft. Die beim Hausbesuch erhobenen Daten werden an die zuständige Hausarztpraxis übermittelt und dort ausgewertet. Anschließend entscheidet der Arzt oder die Ärztin über die weitere Therapie. Wenn es erforderlich ist, kann via Tablet auch eine Videosprechstunde stattfinden. DieKV Baden-Württemberg(KVBW) bietet Patientinnen und Patienten über die Plattform „docdirect“ die Möglichkeit einer medizinischen Ersteinschätzung rund um die Uhr. Dazu wurde eine bereits bestehende Online-Sprechstunde mit dem Patientenservice 116117 und dem telemedizinischen Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) verknüpft. Über die digitale Versorgungsplattform können Hilfesuchende klären, ob sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben sollten oder ob ein Mittel aus der Hausapotheke fürs Erste reicht. Mit docdirect will die KVBW Patientinnen und Patienten in die richtige Versorgungsebene lotsen. Die KV Sachsen-Anhalt (KVSA) hat das Modellprojekt „Telemedizinische Einheit Augenheilkunde Salzwedel“ (TEAS) gestartet. Am Beispiel der Augenheilkunde soll erprobt werden, wie sich die fachärztliche Versorgung in einem unterversorgten ländlichen Gebiet stärken lässt. Dazu hat die KVSA in Salzwedel eine Praxis für Augenheilkunde eingerichtet, die sie auch betreibt. Vor Ort ist aber kein Facharzt, sondern nichtärztliches Personal, das alle nötigen medizinischen Daten erhebt und im Praxisverwaltungssystem sowie einer speziellen Datenmanagementsoftware lokal abspeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt an einem Ort ihrer Wahl greifen dann die mit dem Projekt kooperierenden Augenärztinnen und Augenärzte auf die Werte zu, stellen ihren Befund und legen die weitere Versorgung fest. Die KVBayern (KVB) hat im Februar 2026 ein zweijähriges Modellprojekt zur Erprobung einer Videosprechstunde in ausgewählten Pflegeeinrichtungen zu Zeiten des Bereitschaftsdienstes abgeschlossen. Traten bei einer Bewohnerin oder einem Bewohner in diesem Zeitraum akute Beschwerden auf, wählte sich die zuständige Pflegefachkraft über die bereits länger bestehende KVB-Plattform DocOnLine ein. Dort findet eine strukturierte medizinische Ersteinschätzung statt und eine Steuerung in die passende Versorgung. Falls eine Medikamenteneinnahme indiziert ist, kann die befugte Pflegekraft nach Anweisung der Ärztin beziehungsweise des Arztes auf einen der Pflegeeinrichtung im Rahmen des Projekts zur Verfügung gestellten Medikamentenkoffer zugreifen. Die Medikamenteneinnahme wird per Videosprechstunde ärztlich überwacht. Anschließend übermittelt DocOnLine der Pflegeeinrichtung eine schriftliche, ärztliche Therapieempfehlung. Foto: supamotion - stock.adobe.com Rocky. Durchdringt Zirkonoxid und knackt die härteste Krone. Eine neue Ära im Kronentrennen beginnt. 04/2025 · 420667V0 www.kometstore.de Jetzt sichern!
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