Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

TITEL | 31 Der zahnärztliche Bereich zeige beispielhaft, wie sich Eigenverantwortung und soziale Absicherung in der GKV verbinden lassen, fügte der KZBV-Chef hinzu: „Daher möchte ich nochmals in aller Deutlichkeit sagen: Anders als dem gesamten Gesundheitssektor immer vorgeworfen wird, stimmt im zahnärztlichen Bereich das Verhältnis vom so genannten Health Outcome und den eingesetzten Mitteln.“ Parodontitis muss möglichst früh behandelt werden Die durch die Studie belegte völlige Kariesfreiheit bei einem Großteil der Kinder bestätige, wie umfangreich die zahnmedizinischen Präventionsangebote genutzt werden. Im Bereich Parodontitis signalisierten die Ergebnisse allerdings dringenden Handlungsbedarf. So zeige die DMS • 6 deutlich, dass die entscheidende Krankheitsdynamik der Parodontitis bereits im mittleren Erwachsenenalter stattfindet. „Um dieser Volkskrankheit mit schweren Folgen für die Allgemeingesundheit endlich Herr zu werden, muss sie also möglichst früh behandelt werden“, schlussfolgerte der KZBV-Vorsitzende. Mit der präventionsorientierten Parodontitisbehandlungsstrecke habe die Zahnärzteschaft eine wirksame Therapie vorgelegt, die durch die Budgetierung im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes jedoch ausgebremst worden sei, kritisierte Hendges. Er forderte: „Es ist höchste Zeit, dass die Politik Prävention zum Leitbild gesundheitspolitischen Handelns macht. Jegliche Sparmaßnahmen hingegen schränken die Präventionsfähigkeit massiv ein und haben fatale Folgen – sowohl für die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten als auch für die GKVFinanzen durch hohe Folgekosten.“ Mit der DMS • 6 liege die umfangreichste oralepidemiologische Studie vor, die bisher in Deutschland durchgeführt wurde, hielt Hendges fest. Sie liefere somit eine umfassende Datenbasis für evidenzbasierte Grundsatzentscheidungen in der gesundheitspolitischen Diskussion. „Vor diesem Hintergrund ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass die Finanzkommission Gesundheit die Studiendaten hinsichtlich ihres Vorschlags zur Begrenzung von angeblicher Über- und Fehlversorgung in der kieferorthopädischen Versorgung völlig außer Acht gelassen hat!“ Prävention in jungen Jahren reduziert Kosten im Alter Auch BZÄK-Präsidentin Dr. Romy Ermler hob die erfolgreiche Ausrichtung der Zahnmedizin auf die Vermeidung von Erkrankungen hervor. Es sei wichtig, dass Patientinnen und Patienten die vielfältigen präventiven Angebote weiterhin über den „gesamten Lebensbogen“ in Anspruch nehmen. Dabei dürfe gesundheitliche Teilhabe nicht von Herkunft oder Bildung abhängen. „Wenn wir Prävention gezielt dort verankern, wo sie bislang kaum ankommt, können wir zukünftig weitere Fortschritte erzielen. Das ist aber ganz klar eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht von der Zahnmedizin allein geleistet werden kann.“ zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (697) Die Kürzung der Mittel für die frühzeitige Parodontitistherapie verursacht laut KZBV-Chef Martin Hendges auf lange Sicht vermeidbare Folgekosten in der GKV. Foto: Lopata/axentis DIE DMS • 6 IN DEN MEDIEN Nicht nur Zahnärztinnen und Zahnärzte interessieren sich für die longitudinalen Ergebnisse zur Mundgesundheit der Deutschen: Journalisten und Reporterinnen von Tageszeitungen, aus der Fachpresse und dem Boulevard kamen am 16. April zur Vorstellung der DMS • 6 ins Haus der Bundespressekonferenz nach Berlin. Über die Studie berichteten unter anderem BILD, Deutschlandfunk, FinanzNachrichten.de, gesundheits-frage.de, Yahoo! Deutschland, das Deutsche Ärzteblatt, Neue Ruhr Zeitung, Wörther Anzeiger, Rhein-Neckar-Zeitung, Passauer Neue Presse und Bunte. Foto: Sascha Rudat

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=