Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

56 | ZAHNMEDIZIN rior war beidseits klinisch unauffällig bei erhaltener Spitz-/Stumpf-Diskrimination. Aufgrund des ausgedehnten Defekts wurde eine weiche Kost für sechs Wochen bei erhöhter Frakturgefahr angeraten. Für geplante kieferorthopädische Bewegungen im Defektbereich wurde eine Mindestwartezeit von drei Monaten zur Einheilung der Spongiosa empfohlen. Postoperativ wurde ein OPG (Abbildung 6) angefertigt. Diskussion Odontome werden in der aktuellen WHO-Klassifikation als benigne, gemischte odontogene Läsionen eingeordnet und aufgrund ihres begrenzten Wachstums vielfach als hamartomatöse Fehlbildung verstanden [SolukTekkesin und Wright, 2022]. Klinisch stehen verzögerter Zahndurchbruch, Retention und Verlagerung und seltener lokale Schwellung oder zystische Begleitveränderungen im Vordergrund [Decolibus et al., 2023]. Radiologisch werden CompoundOdontome typischerweise als multiple, zahnähnliche Dentikel innerhalb eines dünnen radioluzenten Saums beschrieben, während komplexe Odontome eine amorphe, radiopake Masse darstellen. Die DVT ergänzt die Panoramaaufnahme insbesondere bei Nähe zu neurovaskulären Strukturen und zur OP-Planung [Vanhoenacker et al., 2020]. zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (722) Abb. 4: Das Odontom musste stückweise herausgemeißelt werden, da es sich nicht vom Knochen absetzen ließ. Abb. 5 a-c: Der knöcherne Defekt wurde mit autologer Beckenkammspongiosa aufgefüllt. a c b Fotos: UK Freiburg

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