Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

ZAHNMEDIZIN | 67 Schleimhaut des Zungenrückens zeigte sich der Abgang von reichlich seröser Flüssigkeit, woraufhin der Befund deutlich kollabierte. Anschließend erfolgte eine spindelförmige Reduktion des überschüssigen Gewebes im Sinne einer In-toto-Resektion zur histopathologischen Untersuchung. Nach sorgfältiger Blutstillung wurde eine Adaptation der Schleimhaut vorgenommen. Histologisch zeigte sich fibröses Gewebe mit epithelialer Auskleidung aus mehrschichtigem, teilweise verhorntem Plattenepithel sowie respiratorischem Flimmerepithel, das in klinisch-radiologischer Korrelation mit einer intralingualen Thyreoglossuszyste vereinbar war. Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Nach einem zweitägigen stationären Aufenthalt konnte der Patient ohne funktionelle Einschränkungen der Zungenmotorik in die ambulante Nachsorge entlassen werden. Vier Wochen postoperativ zeigte sich in der klinischen Verlaufskontrolle ein vollständig epithelialisierter Zungenrücken bei regelrechter Wundheilung (Abbildung 4). In den bislang durchgeführten Nachsorgeuntersuchungen, sowohl klinisch als auch sonografisch, zeigten sich keine Hinweise auf ein Rezidiv (Abbildung 5). Diskussion Mediane Halszysten, auch als Thyreoglossuszysten bezeichnet, stellen mit einer Prävalenz von etwa sieben Prozent die häufigste kongenitale zyszm116 Nr. 09, 01.05.2026, (733) Abb. 2: Sonografischer Befund der Zunge. Darstellung einer etwa 4,5 cm messenden, echoarmen und homogen erscheinenden Raumforderung innerhalb des Zungenkörpers mit dorsaler Schallverstärkung. Die Läsion erscheint gut begrenzt und zystisch imponierend. Abb. 3: a) Sagittale T2-gewichtete MRT-Aufnahme mit Darstellung einer scharf begrenzten, flüssigkeitsintensen Formation, die den Zungenkörper nahezu vollständig ausfüllt. b) Koronare T2-gewichtete MRT-Aufnahme mit Darstellung der zystischen Läsion im Bereich des Zungenkörpers ohne Hinweise auf infiltratives Wachstum. a b Dr. Fabia Siegberg Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie – Plastische Operationen, Universitätsmedizin Mainz Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Siegberg/MKG Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, plastische Operationen, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Peter Pulkowski Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS Leitender Oberarzt/ Stellvertr. Klinikdirektor Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie – Plastische Operationen, Universitätsmedizin Mainz Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Kämmerer

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