ZAHNMEDIZIN | 25 Heilungsphase. Durch die Osteosynthese und die zusätzliche Vermeidung von Kaukräften durch die Verbandplatte konnte eine ausreichende Stabilität erreicht werden. Biologisch betrachtet beginnt nach einer traumatischen Unterbrechung der Osseointegration ein erneuter Knochenheilungsprozess, der eine initiale Blutkoagelbildung umfasst, gefolgt von der Migration osteogener Zellen sowie der Neubildung von Knochen an der Implantatoberfläche [Esposito et al., 1998]. Wir nehmen an, dass die erneute Osseointegration hier deshalb erfolgreich war, weil die vestibuläre Knochenlamelle durch das Trauma nicht fragmentiert war, sondern als recht großes Segment durch Osteosyntheseschrauben gefasst werden konnte. Auf diesem Weg ließen sich Bedingungen schaffen, die annähernd einer Anlagerungsosteoplastik mit simultaner Implantation entsprachen. Ob der Knochen allerdings in dieser Situation stabil bleiben oder als Folge der Verletzung langfristig eine verstärkte Resorption entstehen wird, lässt sich bisher noch nicht abschätzen. Auf jeden Fall ließ sich hier aber der unmittelbare traumatische Implantatverlust vermeiden. Schlussfolgerung Der Fall zeigt, dass eine Re-Osseointegration eines traumatisch intrudierten Implantats möglich sein kann, sofern keine strukturelle Beschädigung vorliegt und eine stabile Reposition erreicht wird. Abb. 8: DVT-Kontrolle sechs Monate postoperativ Foto: Nasim Ayad
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