GESELLSCHAFT | 43 Weißere Zähne durch Kurkuma Das leuchtend gelbe Gewürz Kurkuma kann entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Wahrscheinlich hängt mit diesen positiven Eigenschaften die in vielen TikTok- und Instagram-Posts vertretene Auffassung zusammen, dass Kurkuma auch ein wirksames Mittel gegen Zahnbelag sei und die Zähne weißer würden, wenn man sie mit dem Pulver putzt. Wahrscheinlicher ist aber, dass es die Zähne aufgrund seiner starken Pigmentierung mindestens vorübergehend gelb verfärbt. Direkt auf die Zähne aufgetragen, kann sich Kurkuma am Zahnschmelz festsetzen, in Fissuren eindringen und Kronen oder Füllungen dauerhaft beschädigen. Content mit diesem Inhalt findet sich unter dem Hashtag #turmeric. Nicht klein zu kriegen: SkinnyTok Im Juni 2025 wurde der Hashtag #skinnytok in Europa verboten. Die EU hatte Druck auf den Plattformbetreiber ByteDance ausgeübt, weil über den Hashtag extreme und gesundheitsgefährdende Diät- und Abnehmtipps verbreitet wurden. Besonders Mädchen und junge Frauen konsumierten diesen Content – beziehungsweise konsumieren ihn immer noch. Denn: Die Posts erscheinen nun einfach unter anderen Hashtags wie zum Beispiel #snatched, #fatloss, #modelworkout, #dreambody oder #lean. Möglichst „skinny“ aussehen zu wollen, kann sich auch auf die Mundgesundheit negativ auswirken. So können Essstörungen entstehen, in deren Folge sich durch Nährstoffmangel Zahnschmelz und Mundschleimhaut geschädigt werden. Durch mit Erkrankungen wie Bulimie zusammenhängendes, häufiges Erbrechen sind zudem erhebliche Schäden an der Zahnhartsubstanz möglich. Es kann zu einem erhöhten Kariesrisiko kommen, sowie zu Zahnverfärbungen. Schmerzende Gesichtsmassagen für straffere Haut Ein beliebtes Beauty-Thema auf Social Media sind Lymphdrainage-Routinen oder Massagen für den Kopfbereich. Sie sollen entwässernd wirken und so Schwellungen im Gesicht mindern. Hashtags sind #lymphaticfacial, #depuffing, #guasha oder #facemassage. Häufig werden Hilfsmittel wie Roller oder Massagegeräte empfohlen und demonstriert. Während bei einer sanften Massage eigentlich nichts schiefgehen sollte, können zu heftiges Kneten und Streichen oder aggressive Massage-Tools jedoch durchaus Beschwerden wie Hautirritationen, Verspannungen oder Kopfschmerzen hervorrufen. sth zm116 Nr. 10, 16.05.2026, (805) STUDIEN ZUR SOCIALMEDIA-NUTZUNG Über die Sozialen Medien können wissenschaftlich fundierte und gesundheitsfördernde Informationen verbreitet werden – aber genauso können sie sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken, wie diese Studien zeigen: Zu dick, zu dünn? Zu klein, zu groß? Wie Social Media die Schönheitsideale junger Menschen beeinflusst – insbesondere wie sie ihren Körper wahrnehmen und bewerten – analysierte im September 2025 eine Umfrage der Krankenkasse vivida BKK. Die Auswertung zeigt, dass die Hälfte der 14- bis 34-Jährigen häufig den Druck verspürt, den Schönheitsidealen entsprechen zu müssen, die auf Social Media trenden. Sechs von zehn der Befragten gaben an, ihr Aussehen oder ihren Körper regelmäßig mit anderen zu vergleichen. Je jünger die Befragten sind, desto stärker ist der Vergleichsdruck. Etwa die Hälfte der Befragten fühlt sich selbst außerdem zu dick, während sich rund jeder Fünfte für zu dünn hält. Kein Medizinstudium? Egal! 38 Prozent der jungen Erwachsenen vertrauen medizinischen Informationen in den Sozialen Medien mehr als den Aussagen ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte. Das hat eine Studie aus dem Jahr 2025 ergeben, für die die Kommunikationsagentur Edelman 18- bis 34-Jährige aus 16 Ländern zum Thema Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte befragt hat. Dem Survey zufolge lässt sich die befragte Altersgruppe zudem doppelt so häufig wie ältere Erwachsene bei Gesundheitsentscheidungen von Personen ohne formale medizinische Qualifikation beeinflussen. Fotos: uknowlog1 – stock.adobe.com, mazo – stock.adobe.com, Fotos: tiktok.com/@iblame.anhtu, tiktok.com/@luke.creations, tiktok.com/@maxxout.1lya, tiktok.com/@botle._senokoane, tiktok.com/@tonewithvini, tiktok.com/@canlakurta
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