Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 10

44 | ZAHNMEDIZIN 3D-DRUCK VERSUS KONVENTIONELLE THERMOFORMEN Was passiert im Körper mit Mikroplastik aus KFO-Schienen? Ein Team aus Kieferorthopäden und Mikrobiologen der Universitäten Buffalo und Pittsburgh hat untersucht, wie synthetische Polymere in Alignern, Retainern und sleep devices das Immunsystem beeinflussen können. Dabei wurden Nanoplastikpartikel aus Alignern mittels Bildgebung von Makrophagen dokumentiert. Es ist bekannt, dass aus Kunststoffen gefertigte Schienen wie Aligner, transparente Retainer oder Aufbissschienen in der Mundhöhle kleinste Plastikpartikel in Mikro- und Nanometergröße freisetzen. Die US-Wissenschaftler haben nun das Freisetzungspotenzial verschiedener Polymere verglichen, die sowohl in traditionellen Thermoformen als auch im 3D-Druck der nächsten Generation eingesetzt werden. Zusätzlich untersuchten sie, ob und wie Makrophagen-Immunzellen von den Kunststoffpartikeln beeinflusst werden. Ihre Studie gilt als die erste, die Aufnahmen von aus Alignern stammenden kleineren Nanoplastikpartikeln durch lebende Zellen mittels Bildgebung von Makrophagen dokumentiert. Konkret getestet wurden sechs kieferorthopädische Schienen, jeweils drei direktgedruckte Harze (ActiveMemory™ DCA, Lux Creo Inc.; Tera Harz TA-28, Graphy Inc.; Nylon 12, EOS) und drei thermogeformte Materialien (Invisacryl™, Great Lakes Dental Technologies; Zendura®; Bay Materials) und Invisalign®; Align Technology Inc.). Alle getesteten Typen setzten nachweisbar Partikel frei Dabei wurden gleich große Scheiben der Materialien in künstlichen Speichel eingebracht und eine Woche lang täglich für 30 Sekunden vortexiert (maschinell geschüttelt). Die Freisetzung der Partikel wurde mittels Durchflusszytometrie quantifiziert und mittels Raster- und Transmissionselektronenmikroskopie visualisiert. Zusätzlich wurde die Aufnahme der Partikel durch Makrophagen mittels Lebendzell-Zeitraffermikroskopie erfasst. Die Makrophagendifferenzierung wurde drei Tage nach der Kokultur mit den Mikroplastikpartikeln durch Durchflusszytometrie beurteilt. Beide Typen gaben messbare Fragmente von magnetischen Nanopartikeln (MNPs) ab, die leicht von Makrophagen aufgenommen wurden, wobei direktgedruckte Polymere die Aus 3D-gedruckten kieferorthopädischen Schienen wird mehr Mikroplastik freigesetzt als aus den thermogeformten Pendants. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Buffalo und Pittsburgh. Foto: Andrey Popov-stock.adobe.com zm116 Nr. 10, 16.05.2026, (806)

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