Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 11

42 | TITEL zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (900) Fotos: Zahnklinik 1 – Zahnerhaltung und Parodontologie, Erlangen Abb. 4: a: Das Röntgenbild nach Schienung der Wurzelfraktur am Zahn 21 zeigt einen auffälligen Bereich die Zahnreihe überlagernd. b: Das Weichgewebsröntgenbild bestätigt, dass sich das fehlende Kronenfragment des Zahns 22 in der Oberlippe befindet. c: Unter Lokalanästhesie konnte das Fragment geborgen werden. Abb. 5: a: Die Wunde nach der Entfernung des Fragments wurde mit einer Einzelknopfnaht verschlossen. b: Das Fragment konnte adhäsiv wiederbefestigt werden. PATIENTENFALL 3 IN DIE WEICHGEWEBE VERSPRENGTES ZAHNFRAGMENT Die Patientin stellte sich spätabends im Notdienst nach den Weihnachtsfeiertagen vor, nachdem sie beim Ausprobieren ihres neuen Bauchmuskeltrainingsrollers ungebremst auf das Gesicht gefallen war. Klinisch wurden Schmelzinfrakturen an den Zähnen 11 und 21 diagnostiziert, eine Schmelz-DentinWunde nach Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung an Zahn 22 wurde am Unfalltag adhäsiv abgedeckt. Da kein Hinweis auf Dislokationsverletzungen bestand, wurde zunächst keine Röntgenaufnahme angefertigt und die Patientin nach dem Wochenende zur Kontrolle und Planung der Weiterversorgung einbestellt. Am Folgetermin wenige Tage später wurden eine Einzelzahnröntgenaufnahme angefertigt und eine intraalveoläre Wurzelfraktur des Zahnes 21 im mittleren Wurzeldrittel festgestellt (Abbildung 4a). Ein Titan-Traumasplint wurde angebracht, um das koronale Fragment zu stabilisieren. Weiterhin klagte die Patientin über starke Schmerzen an einer Wunde an der Oberlippe. Beim erneuten Blick auf das angefertigte Einzelzahnröntgenbild nach der Schienung fiel eine Verschattung im Bereich der Zahnkrone des Zahnes 22 auf, die durch ein separat angefertigtes Weichgewebsröntgenbild der Oberlippe als frakturiertes und in die Weichgewebe versprengtes Zahnfragment verifiziert werden konnte (Abbildung 4b). Unter Lokalanästhesie wurde gemeinsam mit einer Oralchirurgin über einen kleinen horizontalen Schnitt am Punctum Maximum der Schwellung das Fragment stumpf freipräpariert und mit einem Klemmchen geborgen (Abbildung 4c). Die Wunde wurde im Anschluss mit einer Einzelknopfnaht versorgt (Abbildung 5a). Eine Woche später war die Wundheilung komplikationslos und das rehydrierte Zahnfragment 22 wurde nach Vorbehandlung des Zahnes adhäsiv wieder befestigt (Abbildung 5b). Zwei Jahre nach dem Unfall persistierte eine blasse Narbe mit leichter Parästhesie (Abbildung 6b). Röntgenologisch zeigte sich Zahn 22 entzündungsfrei und das wiederbefestigte Fragment spaltfrei verbunden. Auch die intraalveoläre Wurzelfraktur des Zahnes 21 war klinisch unauffällig und röntgenologisch zeigten sich Anzeichen für Knochengewebe im Frakturspalt (Abbildung 6a). a b a c b

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=