TITEL | 43 dimensionale Lage liefern. Zudem ist die Sensitivität konventioneller Röntgenaufnahmen eingeschränkt, wenn Fragmente sehr klein, radioluzent oder durch knöcherne beziehungsweise dentale Strukturen überlagert sind [Oikarinen et al., 1993]. Bei unklaren Befunden oder persistierendem klinischem Verdacht bieten dreidimensionale Verfahren wie die digitale Volumentomografie (DVT) eine deutlich verbesserte Darstellung der Lagebeziehung zu den umliegenden Strukturen und ermöglichen eine präzise chirurgische Planung [Liu et al., 2025]. Alternativ stellt der Ultraschall ein strahlungsfreies Verfahren dar, mit dem sogar kleine oder röntgenologisch schwer erfassbare Fragmente in Echtzeit identifiziert werden können. Das Verfahren hat sich insbesondere bei verzögerten Verläufen als wertvoll erwiesen [Marotti et al., 2013]. Diskussion Frontzahntraumata gehen häufig mit Verletzungen der perioralen Weichgewebe einher. Neben oberflächlichen Läsionen können dabei Fragmente frakturierter Zähne oder restaurativer Materialien in Lippen oder Wangen eingelagert werden. Dies sollte bei einem Frontzahntrauma immer bedacht werden. Werden Fragmente nicht unmittelbar erkannt und verbleiben über längere Zeit im Gewebe, können sie Beschwerden, Fremdkörperreaktionen oder Narbenbildungen verursachen [Pektas et al., 2007]. Die drei Fallberichte zeigen unterschiedliche diagnostische Situationen, in denen versprengte Zahnfragmente auftreten können. Während im ersten Fall klinisch sichtbare Fremdkörperanteile vorlagen, wurde der Verdacht im zweiten Fall erst radiologisch bestätigt. Im dritten Fall blieb das Fragment initial unentdeckt und wurde erst aufgrund von persistierenden Beschwerden und erneuter radiologischer Diagnostik identifiziert. Die meisten publizierten Fälle von ins Weichgewebe versprengten Zahnfragmenten berichten von Patienten und Patientinnen, die sich oft erst nach verzögerter Erkennung eines im Weichgewebe eingebetteten Abb. 6: a: Zwei Jahre nach dem Frontzahntrauma zeigt sich eine knöcherne Heilung der Fraktur an Zahn 11. b: Extraoral persistieren eine Narbe an der Oberlippe sowie eine leichte Parästhesie. a b ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Digital& gedruckt! Das starke Dental-Trio für das gesamte Praxisteam Jetzt mehr erfahren & abonnieren qr.medtrix.group/shop-dental
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