ZAHNMEDIZIN | 67 sorgfältige formale, inhaltliche und medizindidaktische Vorprüfung durch die wissenschaftlichen Referentinnen und Referenten am IMPP. Das Herzstück der inhaltlichen Qualitätssicherung sind die Revisionssitzungen (RS). Hier diskutieren die berufenen Sachverständigen gemeinsam mit dem IMPP-Team die eingereichten Aufgaben im Detail: Ist die Formulierung frei von Mehrdeutigkeiten? Ist der Schwierigkeitsgrad adäquat? Sind die Distraktoren (falsche Antwortmöglichkeiten) plausibel, aber eindeutig falsch? Ist die Richtigantwort durch Fachliteratur belegbar? Nur Aufgaben, die diesen aufwendigen Überarbeitungs- und Konsensprozess überstehen, gelangen in den geschützten Aufgabenpool [Haladyna, 2013; Krebs, 2019; Lenzen et al., 2024]. Über ein Blueprint-Konzept, das alle Fächer und Querschnittsbereiche in definierter Breite und Tiefe abbildet, wird vom IMPP ein Examen zusammengestellt. Dies wird einer Kontrollkommission (KK) vorgelegt, die sich wiederum aus für diese Aufgabe berufenen Sachverständigen (Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer) zusammensetzt. Die KK prüft, ob die rechtlichen Anforderungen eingehalten werden, also ob die Aufgaben sich auf die für die Zahnärztin oder den Zahnarzt allgemein erforderlichen Kenntnisse beziehen und zuverlässige Prüfungsergebnisse ermöglichen. Die KK entscheidet dabei über jede einzelne Aufgabe und prüft Angemessenheit, Ausgewogenheit und Relevanz des Examens als Ganzes. Sie trägt damit die Letztverantwortung für das Examen und übt Prüfertätigkeit aus. Nach dem Examen und vor Feststellung des Prüfungsergebnisses tritt eine weitere Gruppe berufener Sachverständiger als Überprüfungskommission (ÜK) zusammen, um statistisch auffällige Aufgaben oder studentische Einwände zu kontrollieren – so wird jede Prüfung zum Lernanlass für das System (Grafik). Vier statt fünf Antwortoptionen Eine bemerkenswerte und zukunftsweisende Neuerung im Z3-Examen ist die Reduktion der Antwortoptionen. Während häufig bei MCQ-Prüfungen fünf Optionen vorgegeben werden, arbeitet das zahnmedizinische Examen mit vier Antwortoptionen. Diese Entscheidung fußt auf fundierten medizindidaktischen und teststatistischen Erkenntnissen [Schmitz et al., 2024; Sridharan et al., 2025]. Die Konstruktion eines vierten Distraktors ist fachlich oft konstruiert und trägt statistisch selten zur Trennschärfe einer Aufgabe bei. Stattdessen erhöht sie nur die kognitive Last und Lesezeit der Prüflinge. Vom Wechsel zu vier Antwortoptionen verspricht man sich somit eine Verbesserung der didaktischen Qualität und Reliabilität der Aufgaben. Der Gegenstandskatalog ist ein lebendiges Konstrukt Der Prüfungsstoff der schriftlichen Z3 umfasst laut ZApprO fünf medizinische Fächer und neun neu eingeführte Querschnittsbereiche (QB) (Tabelle 1 auf der nächsten Seite). Um die Prüfungsinhalte dieser Fächer/QB explizit zu machen, wurde wiederum von Expertinnen und Experten unter Anleitung des IMPP-Teams und in engem Austausch mit dem Medizinischen zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (925) ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Prozess der Aufgaben- und Examenserstellung Revisionssitzungen PeerReview RS KK ÜK Revisionssitzungen Kontrollkommission Überprüfungskommission Review PreReview Z3 Multiple-ChoiceQuestions (MCQs) Rohfassung Reviews Kontrollkommission Durchführung Staatsexamen Überprüfungskommission 45 Sachverständige entwerfen MCQs und reichen die Aufgabenentwürfe beim IMPP in Mainz ein. Formales/inhaltliches Review durch Wiss. Referent*innen am IMPP (Review/Belegung) im bilateralen Austausch mit den Sachverständigen (Pre-Review) sowie durch andere Sachverständige (Peer-Review). MCQs werden in gemeinsamen Revisionssitzungen (RS) mit allen Sitzungsteilnehmenden besprochen und bei Konsens verabschiedet. Verabschiedete Aufgaben können in Examenspool aufgenommen werden. Sachverständige der Kontrollkommission (KK) begutachten den Examensentwurf hinsichtlich • Angemessenheit, • Ausgewogenheit und • Relevanz und verabschieden das zukünftige Examen. Zukünftig zeitgleiches, bundeseinheitliches Z3-Staatsexamen Nach jeder Prüfung beraten die Sachverständigen der Überprüfungskommission (ÜK) das IMPP zur Auswertung des Examens. Grafik: Der qualitätsgesicherte Prozess der Aufgaben- und Examenserstellung bis zum abschließenden Baustein mit der Überprüfungskommission (Quelle: IMPP) Foto: IMPP, Mainz
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