78 | zmSTARTER zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (936) sowie die Finanzierung und damit verbundene Prozesse. Dieses Wissen kann bereits früh im Berufsleben erworben werden und erleichtert später die Gründungsphase – ein Thema, das im abschließenden vierten Teil der Serie vertieft wird. Nahezu alle Zahnärztinnen und Zahnärzte beschreiten den Niederlassungsprozess nicht alleine, sondern suchen Unterstützung bei Kammern, Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und im Kollegenkreis. Die erhaltene Beratung wird überwiegend als wertvoll und motivierend beschrieben. Vielfalt statt Einheitsweg Die Studie zeigt, dass es viele erfolgreiche Wege zur Niederlassung gibt – geprägt von unterschiedlichen Lebensentwürfen, individuellen beruflichen Wünschen und verschiedenen Persönlichkeiten. Das Bewusstmachen der eigenen Prioritäten und Lebensziele hilft, Orientierung auf diesem beruflichen Weg zu finden. Praxisinhaberinnen und -inhaber teilen ein positives Selbstverständnis der Niederlassung, die sie als Chance auf Gestaltungsfreiheit, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit wahrnehmen. n Zur Methodik: Die Studie „Berufsbild angehender und junger Zahnärztinnen und Zahnärzte“ basiert auf longitudinalen Primärdaten, die zwischen 2014 und 2019 im Mixed-Methods-Design deutschlandweit erhoben wurden. Alle Zahnmedizinstudierenden, die im Wintersemester 2014/15 im 9. und 10. Fachsemester eingeschrieben waren, wurden zur Teilnahme eingeladen und quantitativ (2015 n = 1.395; 2017 n = 618; 2019 n = 570) sowie qualitativ befragt. Ergänzend fand 2023 eine bundesweite quantitative Erhebung unter allen neu niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten der Jahre 2021 und 2022 statt (n = 622). ZUR SERIE 1. Der Weg in die Niederlassung – Wie entsteht der Wunsch nach einer eigenen Praxis, und welche Faktoren prägen den persönlichen Gründungsweg? (zm 11/2026) 2. Familie und Niederlassung – Wie beeinflussen Partnerschaft und Kinderwunsch Zeitpunkt und Form der Selbstständigkeit? 3. Strukturen neu gegründeter Praxen – Wie gestalten junge Niedergelassene ihre Praxis organisatorisch, personell und räumlich? 4. Herausforderungen bei der Niederlassung – Welche Aufgaben prägen die ersten Monate und welche Unterstützung wird als hilfreich erlebt? Dr. med. dent., M.Sc. Nele Wicking Wissenschaftliche Referentin Referat III: Zahnärztliche Professionsforschung Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) Universitätsstraße 73, 50931 Köln Foto: IDZ Abb. 2: Welchen Zeitraum benötigen Zahnärztinnen und Zahnärzten für einzelne Schritte im Niederlassungsprozess? Foto: IDZ
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=