Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 12

30 | PRAXIS zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (984) Familiär bedingte Ausfallzeiten in der Gründungsphase können herausfordernd sein. Eine klare Aufgabenverteilung im Team sowie verlässliche externe Betreuungslösungen unterstützen den Übergang in die neue Lebens- und Arbeitssituation. Die befragten Zahnärztinnen und Zahnärzte organisieren diese Phasen durch reduzierte Behandlungszeiten, Praxisurlaub oder professionelle Vertretungsregelungen. Manche setzen auf Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen in benachbarten Praxen oder nutzen familiäre Unterstützung, um die Betreuung der Patientinnen und Patienten abzudecken. Zahnärztinnen und Zahnärzte reflektieren die Wechselwirkungen zwischen Familienplanung und beruflicher Selbstständigkeit sehr bewusst und gestalten sie aktiv. Viele sehen in der Niederlassung eine Chance für mehr Autonomie und Flexibilität im Berufsund Privatleben. Die Niederlassung kann auf unterschiedlichen Wegen den nötigen Gestaltungsspielraum bieten, sofern die individuellen Lebensumstände und Bedürfnisse in die Praxisplanung mit einbezogen werden. So können die Arbeitszeiten, die Teamstruktur und die Standortwahl gezielt auf persönliche Bedürfnisse abgestimmt werden. Das Praxismodell sollte deshalb nicht nur zu den beruflichen Vorstellungen passen, sondern auch zur privaten Situation. n Zur Methodik: Die Studie „Berufsbild angehender und junger Zahnärztinnen und Zahnärzte“ basiert auf longitudinalen Primärdaten, die zwischen 2014 und 2019 deutschlandweit im MixedMethods-Design erhoben wurden. Alle Zahnmedizinstudierenden, die im Wintersemester 2014/15 im 9. oder im 10. Fachsemester eingeschrieben waren, wurden zur Teilnahme eingeladen und quantitativ (2015: n = 1.395; 2017: n = 618; 2019: n = 570) sowie qualitativ befragt. Ergänzend fand 2023 eine bundesweite quantitative Erhebung unter allen neu niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten der Jahre 2021 und 2022 statt (n = 622). Organisation von Ausfallzeiten Wie organisieren kürzlich niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte bei Schwangerschaft oder Kinderbetreuung längere berufliche Ausfallzeiten? Qualitative Auswertung offener Antworten. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf Einzelaussagen und erlauben keine Aussagen zur Häufigkeit oder Verteilung. Durch Mitinhaber/ -innen Durch angestellte Zahnärztin/ Zahnarzt Durch externe Vertretung Ohne Vertretung Ausfallzeiten kurz halten Behandlungszeit reduzieren Unterstützung im Privaten (Praxis-) Urlaub Mit Vertretung Vertretung ineigener Praxis Vertretung durch andere Praxis „Überstundenabbau für Mitarbeiter/ -innen“ „Praxis im Nachbarort“ „Anstellung einer Zahnärztin“ ... „mehr Prophylaxe“ „Mutter ist für 3 Monate gekommen“ „Wiedereinstieg nach 5 Wochen“ ... ... ... ... „durch meinen Vater (angestellter ZA)“ „Vertretungszahnarzt für 3Monate“ ... „Praxispartner hatmehr übernommen“ ... ... Die dargestellten Strategien werden zum Teil kombiniert. Durch Familie ... Organisation von Ausfallzeiten ZUR SERIE 1.Der Weg in die Niederlassung – Wie entsteht der Wunsch nach einer eigenen Praxis, und welche Faktoren prägen den persönlichen Gründungsweg? (zm 11/2026) 2.Familie und Niederlassung –Wie beeinflussen Partnerschaft und Kinderwunsch Zeitpunkt und Form der Selbstständigkeit? (zm 12/2026) 3.Strukturen neu gegründeter Praxen – Wie gestalten junge Niedergelassene ihre Praxis organisatorisch, personell und räumlich? (zm 13-14/2026) 4.Herausforderungen bei der Niederlassung – Welche Aufgaben prägen die ersten Monate und welche Unterstützung wird als hilfreich erlebt? (zm 1516/2026) Quelle: IDZ

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